Jerusalem - Jüdische Siedler kontrollieren nach einem Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation Bezelem inzwischen 41,9 Prozent des Westjordanlands. 380.000 Israelis leben danach in besetzten Palästinensergebieten, 175.000 davon im von Israel völkerrechtswidrig annektierten Ost-Jerusalem. Die Anzahl der Siedler habe sich seit den Oslo-Friedensverträgen 1993, die einen Stopp der Siedlungen vorsahen, bis zum Jahr 2000 verdoppelt. Bezelem stellte ihren Siedlungsbericht am Montag in Jerusalem vor. 1,7 Prozent des Westjordanlands seien durch jüdische Siedlungen bebaut, 5,1 Prozent als Land für Siedlungsgemeinden ausgewiesen. Weitere 35,1 Prozent umliegendes Land sowie getrennt liegende Landstriche hätten sich die Gemeinden rechtlich angeeignet. "Das sind Land-Ressourcen für eine weitere Expansion der Siedlungen", sagte Bezelem-Sprecher Lior Jawne. Seit dem Oslo-Abkommen seien etwa tausend neue Wohnungen im Westjordanland gebaut worden. "Die Errichtung von Siedlungen im Westjordanland verletzt internationales Menschenrecht", heißt es in dem Bericht. Israel habe ein System auf Grundlage nationaler rechtlicher Diskriminierung errichtet. "Dieses Regime ist einmalig auf der Welt und erinnert an dunkle Regime aus der Vergangenheit, wie an das Apartheid-Regime in Südafrika", heißt es weiter. (APA/dpa)