London - Westeuropa steht vor einer explosionsartigen Zunahme der Internet-Nutzung. Innerhalb der kommenden sechs Jahre wird sich die Zahl der Internet-Nutzer von heute 38 Millionen auf 150 Millionen vervierfachen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die das britische Marktforschungsinstitut Ovum im Auftrag von Nortel Networks, ein Anbieter von Lösungen für das Internet und Telekommunikationsnetze, erstellt hat. Für das Jahr 2005 rechnen die Analysten damit, dass rund die Hälfte der westeuropäischen Bevölkerung das Internet nutzt. Die Studie prophezeit, dass die Spitzenwerte für den internationalen Bandbreitenverkehr in Westeuropa auf 1.700 Gigabits pro Sekunde (Gbps) steigen werden, eine Zunahme um den Faktor 40 im Vergleich zu den 41 Gbps in diesem Jahr. Die Sprachübertragung wird laut der Studie bis zum Jahr 2005 weniger als 3% des Datenverkehrs in den neuen Netzwerken ausmachen. Zu den Applikationen, von denen erwartet wird, dass sie sich in Europa durchsetzen, gehören laut Studie die IP-Telefonie, die vereinte Nachrichtenübermittlung und die verbesserten E-Commerce-Applikationen, die das Web, Multimedia-Konferenzen und IP-fähige Call Center integrieren. Die Studie prophezeit erhebliches Wachstum für die IP-Telefonie: Im Jahre 2006 werden 80% der US-Haushalte und 60% der europäischen Haushalte Zugang zu den neuen durch die IP-Telefonie ermöglichten Diensten haben. 89% der europäischen Internet-Nutzer sorgen sich um die Qualität des heutigen Internets. Als größte Problembereiche wurden Sicherheit und Vertraulichkeit sowie langsamer Service genannt, einschließlich der der Anzahl der Versuche für den Verbindungsaufbau. Dem E-Commerce blüht eine "rosige Zukunft", sagte John Roth, Geschäftsführer von Nortel Networks, auf der Telecom 99 in Genf. Die steigende Nachfrage nach neuen Diensten führen in ganz Europa zu einem massiven Einsatz neuer Internet-Technologien. (horizont/gnn)