Reykjavik - Zum Schutz vor terroristischen Bedrohungen muss die NATO ihre Fähigkeiten nach Ansicht von Generalsekretär George Robertson entschieden stärken. Sicherheit könne seit dem 11. September nicht an der Zahl von Kriegsschiffen, Panzern und Kampfflugzeugen gemessen werden, sagte Robertson am Dienstag zum Auftakt des NATO-Außenministertreffens in Reykjavik. Tödliche Angriffe würden nicht mehr nur noch von Regierungen geführt und könnten ohne jegliche Vorwarnung kommen. Den Regierungen obliege die Verantwortung, auf die geänderte Herausforderung für die Sicherheit ihrer Bevölkerung zu reagieren. Dabei dürfe die NATO nicht zu bescheiden sein. Bis zum Gipfel der NATO-Staats- und Regierungschefs im November in Prag wolle die Allianz den mit diesem Ziel bereits begonnen Prozess des Umbaus beschleunigt voranbringen, sagte Robertson. Die militärischen Kapazitäten des Bündnisses müssten mehr darauf ausgelegt werden, die neuen Bedrohungen besser abzuschrecken, vorauszusehen und abzuwehren. Einsätze dagegen müssten auch über größere Entfernung und Zeit geführt werden können, sagte Robertson. Nächste Erweiterungsrunde Entscheidungen, welche Anwärterstaaten als nächstes in das Bündniss aufgenommen würden, solle das Außenministertreffen in Island noch nicht fällen. Dafür sei es zu früh, sagte Robertson. Bei dem Treffen solle darüber beraten werden, wie die nächste Erweiterungrunde geführt werde. Die einzelnen Einladung zu Beitrittsverhandlungen sollten erst in Prag ausgesprochen werden. Die Einrichtung des neuen NATO-Russland-Rats, über dessen Details am Nachmittag mit Russland beraten und der in zwei Wochen in Rom unterzeichnet werden soll, nannte Robertson "einfach historisch". Wenn es einen Zeitpunkt gebe, das Ende des Kalten Krieges mit einem Datum zu markieren, sei es der Rom-Gipfel am 28. Mai. Thema Terrorbekämpfung Die Vereinbarungen über den neuen NATO-Russland-Rat sollen von beiden Seiten in Reykjavik paraphiert werden. Russland verspricht sich von dem neuen Rat, der den bestehenden gemeinsamen Rat mittelfristig ablösen soll, mehr Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess innerhalb der NATO. Themen sollen etwa die Terrorbekämpfung und die Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen sein. Interne Angelegenheiten beider Seiten sollen weiterhin von den gemeinsamen Beratungen ausgeschlossen bleiben. Die NATO will mit dem neuen Rat den pro-westlichen Kurs von Russlands Präsident Wladimir Putin unterstützen. (APA/Reuters)