Ursprünglich aus Indien stammend, hat sich Ayurveda über Ägypten, Griechenland, Rom, Tibet, China, Russland und Japan ausgebreitet und ist vermutlich die älteste, kontinuierlich praktizierte ganzheitliche Heilkunst der Erde. Man vermutet, dass es Ayurveda seit 2500 bis 5000 Jahren gibt. Das Wort Ayurveda kommt aus dem Sanskrit und setzt sich aus Ayus und Veda (Leben und Wissen) zusammen. Daher nennt man Ayurveda auch die Wissenschaft vom Leben, die insbesondere das harmonische Gleichgewicht von Körper und Seele, der Sinne und des Geistes herzustellen versucht; eine Kunst des Lebens, eine Kunst des Seins.
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Diese historische Heilkunst entwickelte sich aus genauen Beobachtungen von unzähligen Menschen, Tieren, Pflanzen, Bäumen, sprich der gesamten Natur, die sich über Tausende von Jahren erstreckt haben. Ayurvedische Heiler schrieben in überlieferten Nachschlagewerken nieder, welche Strategien für welche Krankheit anzuwenden seien – und welche nicht funktionierten. Sie erfassten dabei jede denkbare Krankheit und Lebenssituation. So ist Ayurveda ein hoch kultiviertes, naturfreundliches Heilverfahren, das auf immensem pflanzlichen und spirituellen Wissen basiert. Momentan gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die die Effizienz von Ayurveda bestätigen und erklären.
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Während der zwei Jahrhunderte britischer Kolonialherrschaft blieb Ayurveda beinahe unbemerkt von den Engländern, teils aufgrund der komplizierten Texte in Sanskrit und Pali, teils, weil man schlicht nicht an Ayurveda glaubte und es als esoterisch abtat. Trotzdem erreichten einige ayurvedische Rezepte und deren Zutaten den Westen und den hinteren Orient. Die bekanntesten davon sind die „Amala“ und „Aritha“ Früchte, aus denen „champoo“ für die Haarwäsche gewonnen wurde. Es wird bis heute verwendet und gab unserem modernen Shampoo den Namen.
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Die Griechen und Araber waren von Ayurveda seit jeher sehr inspiriert. Die „Unani“, historische medizinische Schriften, beschreiben in allen Details das Wissen von Ayurveda. Techniken wurden übernommen und auf die eigenen Bedürfnisse angewendet. Betont wurde zudem immer, dass ein Doktor solange unvollkommen sei, solange er nicht Indien besucht und die dortige Medizin erlernt habe. Reisende aus China kamen regelmäßig, um an der Nalanda Universität in Indien zu studieren. Von dort brachten sie das Wissen über die marmas (Energiepunkte des Körpers) mit, das Einfluss nahm auf die heute als chinesische Akupunktur bekannte Methode. Die tibetische Medizin fußt im wesentlichen auf der ayurvedischen und wurde sehr effektiv übernommen, um auf dem tibetischen Hochplateau zu heilen. Bewusst oder unbewusst hat Ayurveda, unabhängig davon, wo wir leben, unsere Existenz beeinflusst; aber noch wartet Ayurveda darauf, wirklich entdeckt zu werden. (red)