San Sebastian - Einen Tag nach der Zerschlagung eines Terrorkommandos der ETA in Madrid sind am Mittwoch in Nordspanien sechs weitere mutmaßliche Aktivisten der baskischen Untergrundorganisation gefasst worden. Bei den Festgenommenen handle es sich um fünf Männer und eine Frau, teilte die Polizei am Mittwoch in San Sebastian mit. Bei Razzien seien mehrere Wohnungen durchsucht worden.Sprengstoff sichergestellt Bei den am Dienstag in Madrid verhafteten Mitgliedern der baskischen Untergrundorganisation ETA sind 226 Kilogramm Sprengstoff gefunden worden. Dies teilten die spanischen Behörden am Mittwoch mit. Mit der Sicherstellung des Sprengstoffs seien Anschläge anlässlich des EU-Lateinamerika-Gipfels, der am Freitag in Madrid beginnt, verhindert worden, sagte der Vertreter der Regierung in der spanischen Hauptstadt, Francisco Javier Ansuategui in einer Pressekonferenz, meldet die spanische Tageszeitung "El Pais" am Mittwoch in ihrer Internetausgabe. "Sie wollten nicht schrecken, sondern töten", versicherte Ansuategui laut "El Pais" in Anspielung an die beiden mutmaßlichen Terroristen, Imanol Miner und Mikel San Argimiro. 186 Kilogramm des Sprengstoffs hätten sich in einer Wohnung in der Nähe des Obersten Gerichtshofs in Madrid befunden. "Es war ein wahrhaftiges Arsenal, ein Pulverfass", sagte Ansuategui. 40 weitere Kilogramm Sprengstoff seien in einem Auto sichergestellt worden, ebenso wie Nummerntafeln und zahreiche Dokumente. Die Polizeiaktion gegen das Terrorkommando habe am Donnerstag nach dem Raub eines Autos begonnen. Die Tat schrieb man von Anfang an der ETA zu, da nach dem Raub das Nummernschild ausgetauscht worden sei, schreibt "El Pais". Danach sei das Fahrzeug von der Polizei bewacht worden. Die Militärpolizei (Guardia Civil) schritt ein, als zwei Personen ins Auto einstiegen. Einem dritten Mitglied des Terrorkommandos sei allerdings die Flucht gelungen, als er Zeuge der Verhaftung seiner beiden Kollegen wurde. Erst am 1. Mai war anlässlich eines Champions-League-Spiels beim Madrider Bernabeu-Stadion eine Autobombe explodiert. Zuvor war am 22. April beim Hauptquartier des spanischen Mineralölkonzerns Repsol ein Sprengsatz detoniert. Baskenpartei droht Verbot Nach wochenlangem Tauziehen einigten sich die konservative Regierung und die sozialistische Opposition unterdessen auf ein neues Parteiengesetz, das ein Verbot der ETA-nahen Partei Batasuna (Einheit) zum Ziel hat. Danach kann das Parlament die Regierung ersuchen, bei der Generalstaatsanwaltschaft oder dem Obersten Gerichtshof die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen eine Partei zu beantragen, die Gewalt und Terror unterstützt. Das neue Gesetz soll in den kommenden Monaten vom Parlament verabschiedet werden. (APA/dpa)