Mediaset, Medienkonzern von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, meldet Interesse an Fernsehsendern der zahlungsunfähigen Münchner Kirch-Gruppe an. Der gehören Kanäle wie Pro Sieben, Sat.1, Kabel 1 und DSF.Ist ein Neubeginn ohne Altlasten, ohne bisheriges Management möglich, kann sich Mediaset-Finanzchef Marco Giordani Zukäufe vorstellen. In Deutschland protestierten Politiker gegen ein Engagement Berlusconis. Milliarenverluste für Mediaset Die Mediaset hat wegen anhaltend schwacher Werbeeinnahmen im ersten Quartal 15,8 Prozent weniger verdient als in jenem des Vorjahres. Mit 180,6 Millionen Euro Gewinn vor Steuern liegt sie in den drei Monaten besser als die News Corp des Medienmultis Rupert Murdoch: Wegen Milliardenabschreibungen für eine Beteiligung am US-Unternehmen Gemstar-TV-Guide lag der Quartalsverlust bei 4,4 Milliarden Euro. Ohne Abschreibung hätte sich der Quartalsgewinn stark auf 261,5 Mio. EURO gesteigert. Murdoch kündigte an, seine Verkaufsoption für 22 Prozent an Kirchs Pay-TV Premiere statt im Herbst sofort auszuüben. Das kostet Kirch zusätzlich 1,6 Milliarden Euro. Kirchs Milliardenschulden reduziert indes, dass der Deutschen Bank als Gläubigerin dessen 40-Prozent-Beteiligung am Springer-Verlagskonzern zufällt. Sie will die Anteile rasch an die Börse bringen, meldet das "Handelsblatt." (red/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16. Mai 2002)