Paris - US-Starfilmer Woody Allen, der am Mittwoch erstmals zu den Filmfestspielen von Cannes kommt, hat eigentlich keine Lust auf Festivals. "Ich habe immer gedacht, das wäre zu chaotisch, zu anstrengend und zu viel Lärm", sagte der 66-jährige Allen der französischen Tageszeitung "Le Figaro". "Eigentlich ziehe ich es vor, bei mir zu Hause in meinem Sessel zu sitzen und zu schreiben." Aber diesmal habe er sich gesagt, die Franzosen seien bisher "immer so charmant" zu ihm gewesen, dass er die Einladung nicht wieder ausschlagen könne. Außerdem passe seine Geschichte über die Filmindustrie thematisch gut nach Cannes.Satire auf Hollywoods Filmbetrieb Allens jüngster Film, die Komödie "Hollywood Ending", eröffnet am Mittwochabend außer Konkurrenz das 55. Filmfestival an der Cote d'Azur. Der Streifen, in dem Allen einen US-Regisseur namens Val Waxman spielt, ist eine Satire auf den Filmbetrieb in Hollywood und Cannes. Waxmans Film wird überall verrissen - nur nicht in Frankreich, wo er gefeiert wird, gerade weil er in Hollywood ein Misserfolg ist. Amerikaner wüssten Künstler nicht zu schätzen "Die Amerikaner bevorzugen teure Filme mit tollen Spezialeffekten, während die Franzosen Filme schätzen, die gut ausgearbeitet sind", sagte Allen. Im Gegensatz zu den Franzosen wüssten seine Landsleute Künstler nicht zu schätzen. Viele US-Künstler seien daher den Weg über Frankreich gegangen, bevor sie anerkannt worden seien. (APA)