Das Flair einer Landpartie vermisse sie schon irgendwie, beschrieb eine Besucherin der Kunst und Antiquitätenmesse in Krems den Unterschied zum ehemaligen Standort Grafenegg. Zum zweiten Mal versammelte die CANOA als Vereinigung österreichischer Kunsthändler einige ihrer Mitglieder im beschaulichen Ambiente der gotischen Dominikanerkirche. Im Gegensatz zum Interieurcharakter der Grafenegg'schen Schlossräumlichkeiten überwog - bis 12. Mai - im Schiff und Chor der säkularisierten Kirche der typische Messe-Kojen-Charakter.

Der Anspruch des Angebotes sollte vor allem regionale Vorlieben bedienen. Mit Exklusivität und teurer Qualität punktet man hier kaum. Traditionelles ist da eher gefragt. Gut lief es daher für Wolfgang Bauer (Bel Etage), der - "neben ein paar Kleinmöbeln" -einige in der Sonderausstellung Rudolf Junk gezeigten pointillistischen Arbeiten in einer Preisklasse zwischen 5.000 und 30.000 Euro verkaufte. Besser als in Salzburg, lauteten die knappen Angaben einiger Aussteller über Verkäufe. Erich Tromayer gab dieserart einige Blumenbilder und eine Skizze von Theodor Hörmann mit Znaimer Motiv ab.

Beim Kunsthaus Wiesinger wechselten zwei gotische Madonnen den Besitzer, und ein Barockschrank wird demnächst probegestellt. Erstmals präsentierte sich auch die zeitgenössische Kunst. Mit Korab, Hrdlicka und Rainer dominierte Ernst Hilger mit überzeugender Routine. Ein erfrischender Ansatz der Galerie "Kunst 21", wenn auch die Werke des Atterseeschülers Tomak auf einer "Kunst Wien" eher dem Publikumsgeschmack entsprechen würden. Immerhin erschnupperte man diesmal eine Brise großstädtischen Atelierfluidums. (Olga Kronsteiner - Album, 18.05.2002)