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CHRISTIAN CHARISIUS/Reuters
Tallinn - Deutschlands Grand-Prix-Hoffnung Corinna May will alles geben für einen Sieg beim Eurovision Song Contest am Samstag (25.5.) in Tallinn. "Wir wollen so gut sein, wie wir können - und zehn Prozent besser", sagte die 31-Jährige nach ihrer Ankunft in der estnischen Hauptstadt. In hoch geschlossenem schwarzen Outfit, enger Lederhose und mit getönter Sonnenbrille gestand die blinde Sängerin am Montagabend am Rande eines Empfangs in der Musikhalle Tallinns: "Es fängt ein bisschen an zu kribbeln, aber das richtige Lampenfieber habe ich mir für Samstag aufgehoben, sonst gehe ich später als Nervenbündel auf die Bühne." Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel (56), der für Mays Wettbewerbs- Ballade "I Can't Live Without Music" verantwortlich ist, zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Siegchancen: "Mein Bauch sagt Ja, aber mein Verstand sagt Vielleicht, Vielleicht, Vielleicht." Nach den Ergebnissen in den zehn führenden europäischen Wettgesellschaften spielt Deutschland vier Tage vor dem gigantischen Fernsehereignis unangefochten die Favoritenrolle - dicht gefolgt von Schweden. Mit etwas Abstand folgen Großbritannien, Estland und Frankreich. Die Präsentation der Bremer Sängerin mit dem bürgerlichen Namen Corinna Meyer werde sich nicht wesentlich vom Vorentscheid in Kiel im vergangenen Februar unterscheiden, sagte Siegel. "Vom Grundsatz her wird es derselbe Auftritt sein." Auf dem bis in alle Einzelheiten ausgefeilten Programm im Vorfeld des Gesangsstreites stehen neben drei Generalproben allerdings unter anderem noch zwei deutsche Einzelproben. Diese Erfahrungen würden noch genau geprüft, sagte Siegel. Mit einem charmanten Empfang voller Understatement begrüßte die estnische Hauptstadt die Gäste aus 24 europäischen Staaten. Erwartet werden in der 430.000 Einwohner zählende Hafenstadt knapp 600 Delegationsmitglieder und 900 Journalisten. "Es ist ein großes Symbol, dass uns auf dem Weg nach Europa Lieder begleiten", sagte Bürgermeister Edgar Savisaar. 14 Jahre nach dem Beginn der so genannten Singenden Revolution, während der die Esten die sowjetische Besatzungsmacht friedlich und mit symbolischem Gesang vertrieben hatten, steht der baltische Staat in direkten Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union. (APA)