Jerusalem - Israel setzt sich über die internationale Kritik an seiner völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik hinweg und will im besetzten Westjordanland rund tausend neue Wohneinheiten für jüdische Siedler bauen. Das Wohnbauministerium schrieb ein entsprechendes Projekt in der näheren Umgebung von Jerusalem aus, wie am Dienstag offiziell bestätigt wurde. Die Vierte Genfer Konvention, die Teil des humanitären Völkerrechts ist, verbietet generell die Ansiedlung der Zivilbevölkerung der Besatzungsmacht in besetztem Gebiet. Die auf Beschluss der UNO-Vollversammlung einberufene Konferenz der Vertragsstaaten der Genfer Konventionen hatte im vergangenen Dezember Israels Isolation deutlich gemacht. Von den 189 Vertragsstaaten haben nur die USA und Australien dem jüdischen Staat die Stange gehalten. 114 Staaten hatten bekräftigt, dass die Vierte Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten auch in den von Israel okkupierten palästinensischen Territorien eingehalten werden müsse. Die teilnehmenden Vertragsstaaten stellten ohne Gegenstimme fest, dass nach internationalem Recht die jüdischen Siedlungen im Westjordanland und im Gaza-Streifen illegal sind. Die Vierte Genfer Konvention verbietet auch Kollektivstrafen, die Anwendung von Gewalt gegen Zivilpersonen sowie die Abriegelung von Gebieten.(APA/AP)