Dieses Thema geht an die Nieren.

Na ja. Genau genommen geht es um eine tiefer liegende Region. Also um die Gegend des männlichen Körpers, wohin das von den Nieren Produzierte dann . . .

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Genug herumgeeiert:

Es geht wieder einmal um die - Urangst der Radler und deren Gehänge. Also um die Frage, ob ausgiebiges Radfahren impotent macht oder nicht. Das wurde an dieser Stelle ja schon bis zum Abwinken behandelt, werden manche einwenden. Aber da gibt es eine spannende Entwicklung, die wir dem Bostoner Urologen Irwin Goldstein verdanken. Herr Goldstein hat zwar nicht das Rad neu erfunden - aber immerhin den Radsattel.

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Zugegeben:

Die neue Kreation ist nicht gerade die Zierde der Designerzunft. Aber das werden einem funktionsfähige Testikel doch wohl wert sein - oder? Und wenn man(n) drauf sitzt, sieht diese Unförmigkeit sowieso keiner mehr.

foto: easy seat

Der "Easy Seat"

hat jedenfalls nicht mehr die klassische Dreiecksform herkömmlicher Sättel. Der schaut eher aus wie zwei Würsteln aus Plastik mit Schlitz dazwischen. Diese "ovalen Sitzhöcker" - wie sie im Fachjargon genannt werden - vermeiden "unnötige Druckstellen" und "der Damm- und Genitalbereich bleibt frei von Kompression", erläutert der Salzburger Androloge Andreas Jungwirth.

foto: leminger/international medicine

Und Jungwirth weiß vom potenz-iellen Bedarf dieses Sattels:

Schließlich verzeichnete er in den letzten Jahren eine zunehmende Zahl von Männern, die nach intensivem Training auf dem Rennrad oder Mountainbike bei ihm Rat suchten. Was auch internationale Studien belegen: In den USA leiden bereits rund 100.000 Männer an "erektilen Dysfunktionen nach fahrradinduzierten Traumen". Klingt grauslich.

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Mediziner

haben auch einen Zusammenhang zwischen Impotenz sowie genitalen "Sensibilitätsausfällen" und Radfahren festgestellt: Während des Radfahrens sank die Sauerstoffsättigung im Penis um 70 Prozent, 61 Prozent der Radfahrer berichteten über Sensibilitätsausfälle, 19 Prozent der Biker, die pro Woche über 400 Kilometer im Sattel sitzen, hatten Erektionsstörungen.

foto: archiv

Jungwirth

zitiert den amerikanischen Urologen Goldstein, der zu dem Schluss kam, dass drei Stunden Rad fahren pro Woche das Risiko von Erektionsstörungen verdoppelt.

foto: easy seat

Der einzige Nachteil des "Easy Seats":

Durch die fehlende "Sattelnase" wird die Führung des Rades verringert. Aber das kann man vielleicht mit einer ordentlichen Lenkstange ausgleichen. (Roman Freihsl, AUTOMOBIL, 24.5.2002)

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Bikers Paradise Salzburg

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