Wien - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist der jüngste heftige Streit zwischen den Klubobleuten der Regierungsparteien, Andreas Khol, ÖVP, und Peter Westenthaler, FPÖ, seit Donnerstagabend beigelegt. Auf einen Vermittlungsversuch des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider, der diesen Vorstoß mit FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer abgesprochen hatte, trafen sich die beiden Politiker Donnerstagabend im Beisein Haiders im FPÖ-Parlamentsklub und räumten ihre jüngsten Differenzen aus. FPÖ-Parteichefin Riess-Passer meint gegenüber "profil" über ihre Beurteilung des Treffens: "Ich erwarte mir, dass es eine funktionierende Arbeitsbasis gibt, daran hat von meiner Warte aus aber auch nie ein Zweifel bestanden."
Auswahl von Zitaten über die Situation zwischen Westenthaler und Khol seit Beginn des Konflikts von Anfang Mai.
2. Mai: Westenthaler im "Format" zu Khol: "Es wurden Zusagen nicht eingehalten, schriftliche Vereinbarungen gebrochen. Da ist mit mir nicht zu spaßen. Das ist eine Frage der Ehre. ... Die Zusammenarbeit mit dem Klubobmann läuft unter dem Motto: Dienst nach Vorschrift". Das Vertrauen zur ÖVP sei "erschüttert, die ÖVP einem Machtrausch verfallen". Khol bestätigt: "Es gibt grundlegende Meinungsunterschiede in der Frage der Entpolitisierung des ORF". 7. Mai: Westenthaler im "Standard": "Gemeinsame Auftritte (mit Khol, Anm.) sind nicht geplant". Scharfe Kritik gibt es vom FP-Klubchef an NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll, der "weder pakt- noch handschlagfähig" sei. "Im Gegensatz zu Pröll habe ich Ehrgefühl". 15. Mai: Westenthaler kritisiert im ORF-Radio neuerlich Khol und meint, die ÖVP sollte nicht "eine Politik machen, die erinnert an Muskelspiele und Machtrausch". Zu Khol persönlich: "Einen väterlichen Mentor gibts ned". Khol sei nur "Kollege und mein Vis-a-Vis", und von einem solchen erwarte er sich "nicht nur Offenheit und Ehrlichkeit, sondern auch Paktfähigkeit". Früher hätten Vereinbarungen mit Khol gehalten, zuletzt sei dies nicht mehr der Fall gewesen. Die ÖVP versuche, ihn, Westenthaler, als "unbequemen Widerpart los zu werden". 16. Mai: Khol bietet im ORF-Radio Westenthaler Gespräche an, "wenn es Missverständnisse gegeben hat". Zu den Vorwürfen Westenthalers wollte sich Khol nicht äußern. 17. Mai: Khol: Der Ton Westenthalers sei "ein merkwürdiger, den ich nicht weiter kommentiere und den ich auch selber nicht anschlagen möchte". Die Unstimmigkeiten in den vergangenen Tagen hätten niemandem genützt, am wenigsten der FPÖ, "die gerade aus dem Krach um Temelin wissen müsste, dass ihr das immer einen Tiefgang gebracht hat". Khol weiter: "Wichtig ist, dass das Werkl läuft - und es läuft so gut, wies noch nie gelaufen ist". Westenthaler widersprach dem in der "Presse": "Das ist eine tatsachenwidrige Behauptung. Es ist schon wesentlich besser gelaufen". Der FPÖ-Klubchef weiter: "Khol hat mir gegenüber persönliche Vereinbarungen gebrochen, der Weg an einen gemeinsamen Tisch wird sehr schwer". Und im Radio-Mittagsjournal: Man lasse sich nicht von einer zunehmend instabilen ÖVP bremsen. 18. Mai: Westenthaler wirft der ÖVP in der "Kleinen Zeitung" "miese strategische Spielchen" vor. "Wir verlangen, dass die ÖVP vom Baum der Präpotenz herunter steigt". Der FPÖ-Klubchef wurde von Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) zur Zurückhaltung gemahnt. 21. Mai: Der stellvertretende FPÖ-Chef Hubert Gorbach sieht die Irritationen zwischen Westenthaler und Khol "nüchtern". Eine Gesprächsbasis zwischen den Klubchefs sei "unabdingbar". 21. Mai: Westenthaler zum Konflikt mit Khol: "Das mache ich mir mit dem Khol unter vier Augen aus". 24. Mai: Riess-Passer misst dem Konflikt zwischen den Klubobleuten der Regierungsparteien nicht so viel Bedeutung bei "wie manche Medien: Man muss das nicht dramatisieren". 25. Mai: "profil" berichtet vom Ende des Streits zwischen Westenthaler und Khol - es habe eine Aussöhnung auf Betreiben des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider gegeben. (APA/red)