Wien - Die 13 Staaten des Donauraumes wollen künftig in Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Umwelt verstärkt zusammenarbeiten.

Es gehe darum, politische und wirtschaftliche Bruchstellen im Herzen Europas zu überwinden, sagte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner am Montag in einer Pressekonferenz anlässlich des feierlichen Starts der Donauraum-Kooperation in Wien. Die neue Kooperation stelle "gleichsam eine neue Verfassung" dar, so die Außenministerin. Ziel sei die Anbindung der Donauregion an den europäischen Integrationsprozess.

Initiiert wurde die Donauraum-Kooperation von Österreich und Rumänien, unterstützt wird sie von der EU-Kommission und dem Balkan-Stabilitätspakt. Ferrero-Waldner betonte, dass keine neuen Strukturen geschaffen werden, "sondern, was in Österreich, Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien, Rumänien, Moldawien und der Ukraine "vorhanden ist, soll zusammengeführt werden".

Schiffbar machen

Für den EU-Kommissar für Außenbeziehungen, Chris Patten, steht die Kooperation in engem Zusammenhang mit der Erweiterung der Europäischen Union. Die Donau sei eine der europäischen Haupttransportrouten. Nun gelte es, die Vernetzung der Häfen und den Brückenbau zu forcieren. Die Wiederherstellung der Schiffbarkeit der Donau sei vorrangiges Ziel. Er hoffe, so Patten, dass der Fluss in der serbischen Provinz Vojvodina bis September wieder für die Schiffe frei sein werde.

Die Bedeutung für den europäischen Integrationsprozess unterstrich auch Rumäniens Außenminister Mircea Geoana: Die Zeiten der historischen Teilung Europas seien endgültig vorbei. Die Wirtschaft in den Staaten des östlichen Donauraumes befinde sich im Aufschwung. Dass sich dreizehn Länder an dem Prozess beteiligen, betrachte er, Geoana, jedenfalls als Glückszahl.

Für Erhard Busek, Sonderkoordinator des Balkan-Stabilitätspaktes, ist die neue Kooperation ein "Stabilitätspakt par excellence". Denn kein anderer europäischer Fluss habe so viele Anrainerstaaten wie die Donau. (fern, Der STANDARD, Print-Ausgabe 28.5.2002)