Ausgerechnet in den letzten Juli- und den ersten Augusttagen! Der Termin, den Innenminister Ernst Strasser als Eintragungswoche für das Volksbegehren gegen Abfangjäger festgelegt hat, scheint mit besonderer Bosheit ausgewählt zu sein. So empfindet es der Initiator des Begehrens, der den Protest gegen den Kauf neuer Militärjets allein organisiert. So empfinden es auch viele Sozialdemokraten und Grüne, die dem Volksbegehren zumindest wohlwollend gegenüberstehen.

Im Innenministerium zieht man sich auf das formal richtige Argument zurück, dass die Terminfestsetzung rechtlich korrekt erfolgt ist; die Regierungsparteien sagen noch dazu, dass die Eintragungswoche dann in zeitlicher Nähe zur Typenentscheidung liegen wird, die wahrscheinlich im Juni erfolgt.

Das mag zynisch gemeint sein - es könnte aber auch auf ein realistisches Szenario einstimmen: Welches Flugzeug auch immer gekauft wird - in den Tagen und Wochen nach der Entscheidung wird es Schlagzeilen machen. Und es wird heftiger denn je diskutiert werden, warum die Entscheidung so gefallen ist - und ob man nicht besser die Finger von den teuren Militärgeräten lassen sollte. Diese öffentliche Diskussion wird ausführlicher als sonst sein, weil in den Ferienmonaten Juli und August auch viele Politiker Ferien machen und weniger Berichtenswertes los ist. Es ist absehbar, dass viele Medien das Sommerloch mit einer Abfangjäger-Diskussion füllen werden.

Das sind recht gute Voraussetzungen für eine Mobilisierung der Gegner. Dass diese Mobilisierung daran scheitern könnte, dass die politisch Interessierten alle an fernen Stränden liegen, ist wenig realistisch: Auch wenn Schulen und Parlament Ferien machen, schwitzt die große Mehrheit der Österreicher doch auch im Sommer am gewohnten Arbeitsplatz. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.5.2002)