Wien - Die Mitarbeiter der österreichischen Flughäfen bereiten sich auf einen Arbeitskampf vor: Die Gespräche über einen neuen Kollektivvertrag (KV) der österreichweit rund 2800 Arbeiter an den Airports Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt sind nach zwei Runden ohne Erfolg abgebrochen worden. Nun soll der Gewerkschaftsbund ÖGB grünes Licht zu "angemessenen Maßnahmen" geben. Als erster Schritt soll am Donnerstag nächster Woche eine "verkehrsstörende Betriebsversammlung" in Wien stattfinden. Urabstimmung In einer Urabstimmung haben sich die Flughafen-Arbeiter bereits für das Ergreifen "angemessener Maßnahmen" ausgesprochen. Die Angestellten der Flughäfen sind davon übrigens nicht betroffen: Sie haben mit den Arbeitgebern bereits eine Einigung erzielt. Die Flughafen-Arbeiter fordern eine Lohnerhöhung um drei Prozent, die Arbeitgeberseite hatte zuerst 1,6 Prozent und später dann 2,4 Prozent Anhebung des Grundlohns geboten. "Das entspricht einer durchschnittlichen Erhöhung von 1,9 Prozent" und sei nicht akzeptabel, sagte Flughafen-Arbeiterbetriebsrat Gerhard Gager am Dienstag. Schließlich habe der Flughafen Wien im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Euro Gewinn erzielt und an die Aktionäre eine hohe Dividende ausgeschüttet. Am größten heimischen Flughafen in Wien-Schwechat sind derzeit 1700 Arbeiter beschäftigt, die falls es zu einem Kampfmaßnahmen käme, die Arbeit niederlegen würden. Doch aus Sicht des Unternehmens glaubt man nicht an eine Eskalation oder gar einen Streik. "Drohgebärden" Vertreter des Flughafen Wiens sprechen von "Drohgebärden" und den "üblichen Geplänkel" wenn die Kollektivvertragsverhandlungen abgebrochen werden. Auch bei den Flughafen-Angestellten seien zunächst die Verhandlungen abgebrochen worden, aber schließlich habe man sich vorige Woche doch noch geeinigt, heißt es. (APA, cr, DER STANDARD, Printausgabe 29.5.2002)