Der frühere SPD-Chef und Finanzminister Oskar Lafontaine hat wenige Tage vor dem SPD-Parteitag ein Buch mit dem Titel "Die Wut wächst" vorgestellt. Darin geht Lafontaine mit der Schröder-SPD scharf ins Gericht: Die Steuer- und Finanzpolitik sei eine "Umverteilung von unten nach oben", mit der Einführung einer verpflichtenden Eigenvorsorge bei der Rente habe Schröder ein Wahlversprechen gebrochen. Bei der Präsentation seines Buches merkte er zum Umgang der Parteispitze mit ihm süffisant an: "Manchmal, wenn ich in der Parteizeitung Vorwärts blättere, erinnere ich mich an Trotzki. Fotos von mir sind verschwunden, genauso wie Stalin alle Bilder von Trotzki entfernen ließ." (afs, Der STANDARD, Print-Ausgabe 29.5.2002)