Wien - Die Computerfachmesse Ifabo verlagert ihren Fokus in Richtung Osteuropa. Im zweiten Jahr nach dem Relaunch der Messe wolle man sich als regionale Leitmesse etablieren und vor allem IT-Interessierte in den EU-Beitrittsländern ansprechen, sagte Matthias Limbeck, Geschäftsführer der Reed Messe Wien. Diese seien im vergangenen Jahr nur in geringer Zahl auf der Ifabo vertreten gewesen. Gründe für den Blick in den Osten gibt es genug: Das Volumen der mittel- und osteuropäischen IT-Märkte wächst nach Angaben der Österreichischen Computer Gesellschaft (ÖCG) jährlich um 15 Prozent. Rund 200 österreichische und internationale IT-Firmen wickeln ihre Osteuropageschäfte über Wien ab. Immerhin ein Fünftel des osteuropäischen Marktes (rund 7,3 Mrd. Euro) werde von der Landeshauptstadt aus bearbeitet. In sieben bis zehn Jahren werde das Marktniveau der Beitrittskandidaten jenes von Westeuropa erreichen, schätzt Günther Krumpak von der ÖCG. 2010 werde das von Wien aus gesteuerte Marktvolumen in den neuen EU-Mitgliedstaaten das Doppelte des derzeitigen österreichischen Volumens (2000: 20 Mrd. Euro) betragen. 35.000 Besucher Limbecks Ziel für die heurige Ifabo: 350 Aussteller sollen auf über 10.000 Quadratmetern zumindest 35.000 Fachbesucher anlocken. Die Aussteller aus dem Vorjahr seien auch heuer wieder dabei. Mit den Großen der Branche - 2001 die großen Abwesenden - gebe es derzeit Gespräche über eine Teilnahme, darunter HP, Microsoft oder Siemens. Bis Ende Juni soll es fixe Zusagen geben. Die Besucher erwartet heuer mehr Komfort als in den vergangenen Jahren. IT-Interessierte, die sich übers Internet zum Besuch anmelden, erhalten ermäßigten Eintritt sowie die Möglichkeit, die Messe über einen eigenen "Quick"-Eingang zu betreten. Außerdem soll ein neues Leitsystem die Besucher mit elektronischer Unterstützung zu den gewünschten Ständen führen. Heuer wird auch der von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer vergebene Staatspreis Multimedia auf der Ifabo verliehen. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 29.5.2002)