Das britische Satiremagazin "Punch" wird wegen massiver finanzieller Verluste eingestellt. Das teilte Verleger Mohamed al Fayed, der auch Besitzer des Londoner Kaufhauses Harrods ist, am Mittwochabend in London mit. Das klassische "Punch" war bereits 1992 nach mehr als 150-jährigem Bestehen eingestellt worden. Al Fayed erwarb den Titel vier Jahre später und ließ neue Ausgaben veröffentlichen.6.000 Abos "'Punch' ist eine britische Institution", sagte er. "Ich war ungeheuer stolz darauf, das Magazin nach vierjähriger Abwesenheit wiederbeleben zu können. Jedoch hat sich die Freude, mit der viele Leute die Rückkehr von 'Punch' begrüßten, nicht auf die Auflage ausgewirkt." Das Magazin kam nicht über 6.000 Abonnements hinaus, während die Kosten pro Ausgabe rund 40.000 Pfund (65.000 Euro) betrugen. Acht Redaktionsmitglieder wurden entlassen Von den zwölf Redaktionsmitgliedern wurden acht entlassen, die anderen vier sollen sich um die weiterhin bestehende Internetpräsenz und das umfangreiche Archiv der Zeitschrift kümmern. Al Fayed: "Bei einem Geschäftsmann muss manchmal der Kopf stärker sein als das Herz und deswegen habe ich beschlossen, 'Punch' zu schließen". "Heimsuchung der Autoritäten" "Punch" hatte sich als "Verteidiger der Unterdrückten" und als "Heimsuchung der Autoritäten" einen Ruf als Stachel im Fleisch des britischen Establishments erworben. Nach der Übernahme durch Fayed, der die Zeitschrift vor allem nach dem Tod seines Sohnes Dodi in Begleitung von Prinzessin Diana 1997 in Paris immer wieder für persönliche Kampagnen beispielsweise gegen die britischen Geheimdienste und das Königshaus einzusetzen versuchte, erlangte "Punch" das Image einer "bissigen" und respektlosen Publikation nicht wieder. Die einstige Rolle von "Punch" ist schon vor Jahren von der erfolgreichen Satire-Zeitschrift "Private Eye" übernommen worden. (APA/AP/dpa)