Die positive Einschätzung der Europäischen Union durch die österreichische Bevölkerung ist enorm gestiegen: 44 Prozent betrachten die EU-Mitgliedschaft als eine gute Sache, 16 Prozent als eine schlechte Sache und 35 Prozent als weder gut noch schlecht an. Damit hat die Zahl jener, die die EU-Mitgliedschaft positiv beurteilen, um zehn Prozentpunkte in einem Jahr zugenommen.

Dies geht aus der am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Sonderumfrage des Eurobarometers der EU-Kommission hervor. Gleichzeitig wünschen sich die Österreicher offenkundig mehr Information über die EU. Am meisten interessiert sind sie laut Umfrage an Informationen aus den Bereichen Bürgerrechte, Lebensmittelsicherheit, dem Kampf gegen die Kriminalität, Umweltschutz, am Euro, der Immigrationspolitik sowie der gemeinsamen Sicherheits-und Verteidigungspolitik.

In Sachen Erweiterung fühlen sich die Österreicher auf dem Laufenden: 38 Prozent sehen sich "sehr gut oder gut" informiert. Vor allem die Zahl jener, die sich informiert fühlen, hat seit dem Frühjahr 2001 stark zugenommen. Nur mehr 23 Prozent der Befragten gaben an, nichts über die Erweiterung in jüngster Zeit gelesen oder gesehen zu haben.

Dass die EU alle zehn Kandidatenländer aufnehmen soll, befürworten laut Eurobarometer 20 Prozent; 44 Prozent sind der Meinung, dass die EU nur wenige ausgewählte Länder aufnehmen sollte. Österreich ist damit in der EU eines der eher gut informierten Länder, was die Erweiterung anlangt.

In der gesamten EU fühlen sich nämlich nur ein Prozent der EU-Bürger "sehr gut" über die Erweiterung informiert, zwölf Prozent fühlen sich "gut informiert", und acht von zehn Europäern empfinden ein Informationsdefizit. Hand in Hand damit geht die Unkenntnis darüber, welche Länder offiziell EU-Beitrittskandidaten sind.

Nur vier der Bewerberländer (Polen, Türkei, Ungarn und Tschechien) wurden von 30 Prozent oder mehr der Befragten korrekt genannt. Insgesamt ist das Interesse an den Kandidatenländern gering: 41 Prozent wollen über diese Länder nicht mehr erfahren.


(DER STANDARD, Printausgabe, 31.5.2002)