Peking - Die Umweltverschmutzung in China ist unverändert stark. Doch hat sich die Lage nach Darstellung des stellvertretenden Umweltministers Zhu Guangyao trotz anhaltend kräftigen Wirtschaftswachstums nicht noch weiter verschlechtert. Bei der Vorlage des jährlichen Umweltberichts am Freitag in Peking sagte der Vizeminister, die Messwerte für die Luft überschritten in zwei Dritteln der überwachten chinesischen Städte den staatlich festgelegten Grenzwert für städtische Gebiete. Ein Drittel liege noch unter dem Standard für Industriegebiete. Über 30 Prozent der Landfläche Chinas geht saurer Regen nieder. Alle sieben großen Flusssysteme Chinas sind verschmutzt, besonders im Bereich von Städten. Das Wasser in der Hälfte der Flüsse erreicht nur eine Qualität, die entweder gerade noch zur Bewässerung oder selbst dazu nicht mehr reicht. Die Wasserqualität im Gelben Fluss, Huaihe und Liaohe ist wegen des geringen Wasservolumens besonders schlecht. 90 Prozent der Weideflächen sind dem Bericht zufolge geschädigt. Das Gebiet der geschädigten oder verwüsteten Weideflächen nehme jährlich um zwei Millionen Hektar zu, sagte der Vizeminister. "Ernste Situation" "Die Umweltsituation insgesamt ist weiterhin ernst", sagte der Minister. Die "Rote Flut" vor der Küste Chinas kommt dem Bericht zufolge immer öfter und früher im Jahr. Auch betrifft sie ein immer größeres Seegebiet. Im vergangenen Jahr wurde sie 77 mal auf einer Fläche von 15.000 Quadratkilometern beobachtet. Die "Rote Flut" ist ein dichter Teppich von Mikroorganismen an der Meeresoberfläche, die Fische ersticken lassen, weil sie den Sauerstoff verbrauchen. Ursache sind wachsende Verschmutzung aus der Landwirtschaft und Haushalten. (APA/dpa)