Graz - Zehn Frauen haben im ersten Jahr seit der Einführung in der Steiermark die sogenannte anonyme Geburt in Anspruch genommen. Dies wurde am Freitag vom Büro von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (VP) bekannt gegeben. Unbenützt blieb hingegen die ebenfalls eingerichtete "Babyklappe" am Grazer LKH.Für Frauen in "absoluten Ausnahmesituationen" Zehn Babys kamen in diesem ersten Jahr zur Welt, deren Mütter nach der Entbindung ohne Hinterlassung ihres Namens wieder die Spitäler verließen. Klasnic wies darauf hin, dass mit der Möglichkeit zur anonymen Geburt verhindert wurde, dass die Neugeborenen weggelegt oder - im schlimmsten Fall - sogar getötet worden wären und Mütter durch nicht fachgerechte Entbindungen auch ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hätten. Es handle sich bei diesen Fällen stets um Frauen in absoluten "Ausnahmesituationen". In der Steiermark gibt es zusätzlich auch einen Notruf: Unter der Telefonnummer 0800/838383 werden verzweifelte schwangere Frauen auch psychosozial betreut. Zahlen aus den anderen Bundesländern Die anonyme Geburt ist ebenso in Salzburg möglich (Informationen dazu werden bei einer Krisenhotline gegeben Tel.: 800/539-935). Im Bundesland nahmen bisher vier Frauen dieses Angebot wahr. In Wien gab es zumindest zehn anonyme Geburten. Seit es diese Möglichkeit gibt, wurde das im Jahr 2000 geschaffene "Babynest" im Wilheminenspital nicht mehr in Anspruch genommen. In Niederösterreich entbanden fünf Frauen, ohne ihren Namen bekannt zu geben. Auch in Niederösterreich gibt es eine Infohotline: Tel.: (02742) 90"05-16431 oder -16416. Die Möglichkeit wurde auch im Burgenland geschaffen und in Anspruch genommen, ebenso gibt es die anonyme Geburt in Vorarlberg. Zu Kindesweglegungen kommt es allerdings dennoch. (APA)