STANDARD: Ihre Partei hat jetzt im Vorfeld der Grazer Wahlen eine Bürgerwehr gegründet. Warum provozieren die Freiheitlichen eigentlich immer?Schöggl: Ich sehe das anders. Das Drogenproblem ist jahrelang schöngeredet worden und jetzt an die Grenze des Erträglichen gekommen. Mich freut, wenn eine Gruppe junger Leute das macht. STANDARD: Wo sind Ihrer Meinung nach die Ursachen für das Drogenproblem zu suchen? Schöggl: Die Jugendlichen werden sehr früh sich selbst überlassen. Früher war die Erziehung der Jugend etwas strenger und autoritärer. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, hat es geheißen. Die heutige Jugend braucht Begleitung. Die Blasmusik zum Beispiel hat einen großen Zulauf. STANDARD: FPÖ-Politiker machen für das Drogenproblem in erster Linie Schwarzafrikaner verantwortlich. Ihre Parteifreundin Helene Partik-Pablé hat gemeint, Schwarzafrikaner seien "von Natur aus" aggressiv. Ist das auch Ihre Beobachtung? Schöggl: Ich habe von Leuten aus der Exekutive gehört, dass da schon ein sehr hohes Aggressionspotenzial da ist. Ich sage nicht, dass alle Afrikaner aggressiv sind, aber es ist nachgewiesen, dass es ein sehr hoher Anteil ist. STANDARD: Wie möchten Sie sich selber charakterisieren? Schöggl: Ich bin ganz klar rechts der Mitte angesiedelt und will so etwas wie ein Markenartikel werden. Mit den Merkmalen Patriotismus, Sicherheit und Volkskultur, die immer wichtiger wird. Kein Volk will irgendwie aufgehen in einem gemeinsamen Eintopf. Man darf die angestammte Bevölkerung nicht überfordern - wenn da zu viele kommen. STANDARD: Wer wird FPÖ-Kanzlerkandidat? Schöggl: Das werde ich niemandem über die Medien ausrichten. STANDARD: Ist das in der FPÖ nicht klar, wer es werden soll? Parteichefin Riess-Passer reklamiert es für sich. Schöggl: Schauen Sie, es muss jeder von uns durch das Stahlbad der Gremien. STANDARD: Die zentrale Frage ist: Welche Rolle soll der Kärntner Landeshauptmann spielen? Schöggl: Jörg Haider ist die zentrale Figur, der Fixstern am freiheitlichen Himmel. STANDARD: Irgendjemand muss als Kandidat vorne stehen. Schöggl: Für mich ist Vizekanzlerin Riess- Passer sicherlich eine hervorragende Spitzenkandidatin, aber auch Jörg Haider ist ein hervorragender Spitzenkandidat. Zu gegebenem Zeitpunkt wird man ihn fragen. (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 01./02.06.2002)