Gijon - Europas Verkehrsminister sind am Freitag zu einem dreitägigen Sondertreffen im spanischen Gijon zusammenkommen. Österreichs Vertreter Mathias Reichhold (FPÖ) will die Gelegenheit nutzen, um Unterstützer für eine Übergangslösung nach dem Auslaufen des heimischen Transitvertrags Ende 2003 zu gewinnen. Vor dem Treffen standen die Zeichen aber schlecht: Derzeit gebe es in der EU eher wenig Verständnis für Österreichs Position in der Transitfrage, hieß es aus Verhandlungskreisen am Rande des Treffens. Die geforderte Übergangslösung soll bis zum Beschluss einer neuen Wegekostenrichtlinie gelten und wie berichtet eine Lkw-Fahrtenbeschränkung in Form des bestehenden Ökopunkte-Kontingent beinhalten. Ursprünglich hätte die Übergangslösung für den Ende 2003 auslaufenden Transitvertrag nach Vorstellung der österreichischen Regierung bereits beim nächsten offiziellen EU-Verkehrsministerrat am 17. und 18. Juni von den Ministern abgesegnet werden sollen. Zumindest dieser Termin scheint nun gefährdet. Reichhold gibt sich dennoch optimistisch. "Wir hoffen weiterhin, dass eine Übergangsregelung beim nächsten Treffen beschlossen wird", sagte der Minister am Freitag. Angesetzt ist am Freitagabend ein Einzelgespräch mit dem spanischen Amtskollegen Francisco Alvarez-Cascos. Auch mit Italiens Verkehrsminister Pietro Lunardi will Reichhold erneut beraten. "Wir kämpfen weiter um eine Übergangsregelung", betonte der Minister weiter. Dies geschehe in enger Abstimmung mit den Landesregierungen von Salzburg und Tirol. Parallel dazu bereite man aber auch "flankierende Maßnahmen" vor. Reichhold verwies dabei auf die geplante Erweiterung des das Lkw-Wochenendfahrverbots. Eigentliches Thema der Gespräche ist vor allem die Kurzstreckenseefahrt. Dabei geht es um die Anbindung der Kurzstrecken-Seeschifffahrt an den Straßenverkehr und an die Binnenschifffahrt. Derzeit fahren sieben Hochseeschiffe - alle von der Seerederei "Lloyd" - unter österreichischer Flagge. Diese fahren aber großteils am Nordatlantik und in der Nordsee und sind von der Kurzstreckenseefahrt nicht betroffen. EU-Kommissarin Loyola de Palacio will auch über eine Verlängerung der Staatsgarantien in der europäischen Luftfahrt diskutieren. Erst Ende der Vorwoche waren die Staatsgarantien um einen Monat bis Ende Juni 2002 verlängert worden. In Gijon sollen die EU-Verkehrsminister nun beraten, wie es danach weitergeht. Die europäische Luftfahrtindustrie, vertreten durch AEA, fordert Unterstützung von den jeweiligen EU-Ländern, um mit der Konkurrenz in den USA mithalten zu können. Dort werden für die nach den Terroranschlägen vom 11. September schwer angeschlagenen Branche immer noch hohe Subventionen gewährten. (APA)