Wien/Traiskirchen - Hoffnungsschimmer für die Semperit-Reifenproduktion in Traiskirchen, die Ende Juli eigestellt werden soll: Ein auch in die Autoindustrie liefernder Eisengießer aus dem niederösterreichischen Möllersdorf ist an der Fortführung der Lkw-Reifenproduktion sowie des Gummimischwerks interessiert. Die Verhandlungen mit der Konzernmutter Continental liefen "sehr gut", bis Ende kommender Woche sollten sie abgeschlossen sein, sagte Übernahmeinteressent Walter Schweifer am Freitag. Der Kaufmann hat vor zwei Jahren die in Konkurs befindliche EGM Industrieguss GmbH, Möllersdorf, übernommen, in der heute 80 Personen beschäftigt sind. Das Unternehmen liefert seine Gussformen auch in die Autoindustrie. Schweifer interessiert sich einerseits für die Übernahme des Gummimischwerks, das Conti nach der Einstellung der Reifenproduktion ohnedies noch zwei bis drei Jahre aufrechterhalten will. Andererseits wird über eine reduzierte Fortführung der Lkw-Reifenproduktion verhandelt. Abnahmegarantie Knackpunkt dabei ist die vom Interessenten verlangte Abnahmegarantie durch Conti bzw. der Preis, den Conti dafür zu zahlen bereit ist. Unter anderem an diesem Punkt sind im April Gespräche mit dem bis dahin aussichtsreichsten Interessenten, dem Industriellen Mirko Kovats (Emco, ATB), gescheitert. "Wenn Conti überhaupt keine Reifen abnehmen wollte, wäre dies ein K.-o.-Kriterium für den Deal", sagte Schweifer, der unter Berufung auf eine Verschwiegenheitsvereinbarung keine Details verraten wollte. Conti scheint aber mittlerweile sein vor zwei Monaten noch kategorisches Nein zur Abnahme von Reifen aufgeweicht zu haben. "Es ist vom Modell her unlogisch, Kapazitäten aus dem Markt nehmen und gleichzeitig die Produktion aus Traiskirchen kaufen zu wollen. Aber wir müssen sehen, vielleicht gibt es eine Zwischenlösung", sagte Conti-Konzernsprecher Andreas Meurer. Zu dem in Verhandlung stehenden Konzept der niederösterreichischen Investoren wollte Meurer nichts sagen. Zwei Varianten Laut Schweifer sind zwei Varianten möglich - eine mit der Übernahme von 400 und eine weitere mit 750 Mitarbeitern. Offen ist laut Schweifer auch noch, ob sein Familienunternehmen Traiskirchen selbst übernimmt oder ob dies eine Gruppe von Finanzinvestoren tut, die dann das Mischwerk bzw. die Reifenproduktion an den Betreiber vermietet. (APA)