Grosny/Moskau - Die russischen Truppen haben ihren Ring um die tschetschenische Hauptstadt Grosny fast vollständig geschlossen. Wie der von Moskau eingesetzte Vertreter der abtrünnigen Kaukasus-Republik, Nikolai Koschman, am Donnerstag sagte, soll in den nächsten Tagen die Umgebung Grosnys völlig eingenommen werden. Der russische Verteidigungsminister Igor Sergejew dementierteHauptstadt Grosny dementiert. Dazu bestehe keine Absicht, sagte Sergejew am Donnerstag in Moskau. Zuvor hatte sein Stellvertreter Wladimir Toporow erklärt, Russland werde "früher oder später Grosny einnehmen". Russische Einheiten rücken weiter vor Nach jüngsten Meldungen rücken die russischen Einheiten unterdessen weiter auf die tschetschenische Hauptstadt vor. Etwa zwölf Kilometer von Grosny entfernt sollen sie Stellungen eingerichtet haben. Bei Luftangriffen auf mehrere Ziele in Tschetschenien sollen in der Nacht auf Donnerstag 56 Menschen getötet worden sein. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin kündigte unterdessen eine Fortsetzung der Militäroffensive an. Die Angriffe würden so lange fortgesetzt, bis der "tschetschenische Terrorismus" vollständig niedergeschlagen sei. Gespräche mit dem tschetschenischen Präsidenten Aslam Maschadow lehnte er erneut ab. Maschadow werde von Moskau nicht als legitimer Präsident angesehen. Opferbilanz Der russische Verteidigungsminister Toporow legte eine Opferbilanz der russischen Seite vor. Demnach wurden bisher 190 Soldaten bei den Kämpfen in Tschetschenien getötet und rund 500 verletzt. Die Verluste der tschetschenischen Seite wurden mit rund 3.000 Toten beziffert. (APA/ITAR-TASS/Reuters)