Jud.Museum
Wien - Das Jüdische Museum der Stadt Wien zeigt mit der Ausstellung "Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York" - eine Dokumentation außergewöhnlicher Begegnungen zwischen in New York wohnhaften österreichisch-jüdischen Emigranten und jungen Österreichern, die mit diesen im Rahmen des Gedenkdienstes Interviews über ihr Leben führten. Durch die Interviews und Dokumente werden die jungen Österreicher gemeinsam mit den Emigranten vorgestellt. Die Besucher erfahren nicht nur über die Lebensgeschichten und Lebensgewohnheiten der Emigranten oder über ihre aufrechte oder unterbrochene Beziehung zu Österreich. Sie erfahren auch, warum 60 Jahre nach dem Holocaust junge Österreicher auf die Idee kommen, ältere, einst aus Österreich geflüchtete Menschen zu befragen. Die Ausstellung berichtet auch über die emotionalen Stresssituationen, in denen sich sowohl die jungen als auch die alten Menschen in diesen Treffen wiederfinden und bezieht auch die Besucher als Dialogpartner mit ein. Der Fotograf Arno Gislinger hat die zumeist wienerisch anmutende Atmosphäre der New Yorker Wohnungen in Panoramafotos festgehalten. Diese Fotografien lassen durch ihr großes Format selbst neue Räume entstehen. Zeitgleich mit der Wiener Ausstellung wird im Leo Baeck Institute, bei dem jeweils die österreichischen Gedenkdiener arbeiten, ein zweiter , kleinerer Ausstellungsteil präsentiert. So können die Besucher beider Ausstellungen via neue Medien miteinander in Kontakt treten. (red)