Frankfurt - Unmittelbar nach dem Führungswechsel an der Spitze der Deutschen Bank haben Gerüchte aus London neue Unruhe über einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen ausgelöst. Ein Sprecher bezeichnete dies aber als "reine Spekulation". Doch in der Belegschaft wächst die Überzeugung, dass die ehrgeizigen Sparvorhaben des neuen Vorstandschefs Josef Ackermann nicht ohne den Abbau weiterer Stellen umgesetzt werden können. Bisher hatte Deutschlands größtes Kreditinstitut angekündigt, bis Ende 2003 weltweit 9.200 Arbeitsplätze abzubauen. "Zusätzliche Streichungen über die gesamte Bank hinweg wären keine Überraschung", hieß es in dem Institut. In diesem Zusammenhang spielt aber auch die Auslagerung von Geschäftsbereiche an externe Dienstleister (Outsourcing) eine Rolle. Arbeitnehmervertreter befürchten jedoch weitere Schnitte zum Beispiel in der Sparte Privatkunden. Bis Ende 2003 will Ackermann die Kostenbasis des Instituts um zwei Milliarden Euro senken. Der Betriebsrat der Deutschen Bank griff unterdessen die Sparstrategie des Vorstands an. Vor allem die Auslagerung von Geschäftsbereichen stößt auf die Kritik der Arbeitnehmervertreter. "Damit wurde keine müde Mark gespart", sagte der Frankfurter Betriebsratsvorsitzende Rolf Vreden der dpa. "Das Management sollte die Kosten für diese Fremddienstleister genau prüfen." Der Erfolg dieser Sparmaßnahmen sei nicht nachgewiesen. (APA)