Wien - FP-Klubobmann Peter Westenthaler ging in der Aktuellen Stunde zum Thema "Postenschacher in der Bundesregierung" zu einem Gegenangriff über. Die SPÖ hätte in der Vergangenheit jeden erdenklichen Posten parteipolitisch besetzt. "Da wird schon was dran sein", meinte der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen dazu. Das sei aber "kein Argument, um die gleichen Fehler jetzt zu wiederholen". Westenthaler attakierte auch Karl Haas, SPÖ-Gewerkschafter und Vorsitzender des PVA-Überleitungs-Ausschusses. Dieser hätte dem FP-Abgeordneten Martin Graf, der ebenfalls Mitglied des Überleitungsausschusses ist, am 17. Mai ein "unanständiges und unmoralisches Angebot" gemacht. Haas hätte vorgeschlagen, Gaugg zum Direktor der PVA-Landesstelle Kärnten zu machen, wenn die FPÖ dafür Robert Freitag (S) zum stv. PVA-Generaldirektor wähle, meinte Westenthaler. "Das ist ein Skandal." Die FPÖ hätte das Angebot natürlich abgelehnt. Falsch sei auch die Behauptung, Gaugg verdiene 200.000 Euro pro Jahr. Laut Juni-Gehaltszettel bekomme Gaugg 2.069 Euro. Ganz im Gegensatz zu Freitag, der zwar auch keine B-Prüfung, dafür aber einen Sondervertrag mit rund 10.000 Euro pro Monat habe, so Westenthaler. Van der Bellen kritisierte erneut das Ausschreibungsverfahren für die PVA-Jobs. Es könne nicht sein, dass die Ausschreibung erfolge, bevor feststeht, wie das Anforderungsprofil konkret aussehe, wie die hoch die Bezahlung sei und welche Unvereinbarkeitsbestimmungen es gebe. Die 2.069 Euro seien außerdem geschwindelt. Die Gage von 200.000 Euro sei nicht das, was Gaugg bekomme, sondern was er fordere. Verantwortlich für diesen "Schlamassel" sei Sozialminister Herbert Haupt (F). Dieser schränkte gleich ein. Das Sozialministerium sei zwar Aufsichtsbehörde, für den Vertrag von Gaugg sei aber der Überleitungsausschuss zuständig. Er bekräftigte, dass es nur einen Generaldirektor und einen Stellvertreter in der PVA-Führung geben werde, was zu erheblichen Einsparungen führe, so Haupt. Haas wirft Westenthaler Falschinformation vor Karl Haas, Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall - Textil und Vorsitzender des Überleitungsausschusses der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), wehrt sich nun gegen Vorwürfe des freiheitlichen Klubchefs Peter Westenthaler in der Causa Reinhart Gaugg. Der Klubchef hatte Haas vorgeworfen, entgegen den Tatsachen von drei Stellvertretern in der PVA gesprochen und die Gehaltsforderungen Gauggs mit 200.000 Euro falsch angegeben zu haben. Für Haas sind diese Vorwürfe "bewusste Falschinformation, um von der eigenen Packelei abzulenken". "Westenthaler behauptet bewusst die Unwahrheit, in allen Punkten kann er ganz klar widerlegt werden", so Haas in einer Aussendung. Tatsächlich habe er "klar und deutlich" gesagt, dass es einen Generaldirektor-Stellvertreter geben werde, die beiden anderen hätten Weiterverwendungszusagen. Und die Höhe der Gagenforderung Gauggs sei schon in mehreren Medien zu lesen gewesen. Haas wies auch den Vorwurf zurück, es habe ein Angebot seitens der SPÖ gegeben, Gaugg zum Landesdirektor der PVA in Kärnten zu machen, wenn im Gegenzug der Sozialdemokrat Robert Freitag stellvertretender Generaldirektor auf Bundesebene würde. Ein entsprechendes Gespräch habe zwar tatsächlich stattgefunden, und zwar auf Wunsch des FPÖ-Abgeordneten Martin Graf. Aber: "Es sollte einzig und allein dem Zweck dienen, uns den blau-schwarzen Deal bezüglich der Postenaufteilung in der PVA schmackhaft zu machen. Wir haben bei dem Gespräch am 17. Mai klipp und klar gesagt, dass es dazu nie unsere Zustimmung geben wird." (APA)