Berlin - Nach unerwartet heftiger Kritik in der Öffentlichkeit ist das Gesetz zur Legalisierung von Babyklappen und anonymen Geburten in Deutschland gestoppt worden. Die InitiatorInnen des Vorhabens zogen am Donnerstag ihren interfraktionellen Antrag zurück. SPD-Politiker Harald Friese erklärte, es sei nicht mehr möglich, in den verbleibenden zwei Sitzungswochen des deutschen Bundestages die Änderungsvorschläge der KritikerInnen aufzunehmen. Kurz vor der Schlussabstimmung über das Gesetz im Parlament hatten GegnerInnen des Vorhabens öffentlich bezweifelt, dass das Vorhaben die Aussetzung und Tötung von Kindern verhindern könne. Sie warnten gleichzeitig davor, dass Eltern sich von dem Angebot animiert fühlen könnten, ihre Verantwortung abzuschieben. Zuvor hatten sämtliche Fraktionen für den Gesetzentwurf votiert. Die Kritik habe manche, die vorher für den Gesetzentwurf gestimmt hätten, zweifeln lassen, gestand Friese ein. Seiner Arbeitsgruppe sei vorgeworfen worden, nicht mit Zahlen belegen zu können, dass mit der Einrichtung von Babyklappen weniger Frauen ihre Kinder aussetzten oder töteten. Der SPD-Politiker erklärte, das Vorhaben werde in der nächsten Wahlperiode wieder aufgenommen. Man habe Frauen in Not lediglich eine humane Geburt mit medizinischer Hilfe ermöglichen wollen, die sonst ihr Baby allein auf der Toilette oder im Wald entbinden müssten. Erfahrungen der Einrichtungen in Hamburg und Berlin zeigten, dass die Hälfte der Frauen, die ihr Kind anonym zur Welt brächten, es dennoch annehmen würden. (APA/AP)