1. Familienbeihilfe
Mit Nahen der Sommerferien, stellt sich wieder die Frage, ob man wegen eines Ferialjobs unter Umständen die Familienbeihilfe verliert. Zunächst die gute Nachricht: Kritisch wird es erst ab Beginn des Jahres, das auf den 18. Geburtstag des Kindes folgt (bis dahin können Kinder beliebig viel verdienen, ohne dass der Anspruch auf Familienbeihilfe verloren geht). Bei Kindern, die die magische Altersgrenze überschritten haben, ist seit dem Vorjahr für den Anspruch auf Familienbeihilfe aber nur mehr das Jahreseinkommen maßgebend, unabhängig davon, ob es in den Ferien oder außerhalb der Ferien erzielt wird. Wird die Einkommensgrenze von EUR 8.725 pro Jahr überschritten, geht für das gesamte Jahr der Anspruch auf Familienbeihilfe und damit auch auf den Kinderabsetzbetrag verloren. Da sich die Jahresgrenze für „schädliche Einkünfte“ auf das zu versteuernde Einkommen (nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen (Dienstnehmeranteil!), sonstigen Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen) bezieht, können bei (lohnsteuerpflichtigen) Gehaltseinkünften insgesamt brutto EURO 10.760 (ohne Sonderzahlungen!) verdient werden, ohne dass die Familienbeihilfe verloren geht. Endbesteuerte Einkünfte (wie zB Zinsen oder Dividenden aus inländischen Aktien) sind nicht mehr auf die Einkommensgrenze anzurechnen. 2. Sozialversicherung
Wer einen Ferialjob ausübt, wird in den meisten Fällen bei der Sozialversicherung als ganz normaler Dienstnehmer behandelt (für die etwas selteneren „echten Ferialpraktikanten“ – als solche gelten Schüler und Studenten, die ein vorgeschriebenes Praktikum vor allem zu Lernzwecken absolvieren – fallen geringfügig niedrigere Beiträge an). Es gelten daher folgende Bestimmungen: Bis zu einem monatlichen Bruttobezug von derzeit EUR 301,54 (Geringfügigkeitsgrenze) müssen nur die Beiträge zur Unfallversicherung bezahlt werden und gegebenenfalls der an sich verfassungswidrige, aber bis 31.3.2003 sistierte pauschalierte Dienstgeberbeitrag von 17,8%. Ab einem Bruttogehalt von monatlich mehr als EUR 301,54 besteht – wie bei jedem Dienstverhältnis – Vollversicherungspflicht (insbesondere in der Kranken- und Pensionsversicherung) mit Dienstnehmerbeiträgen von 17,65 % (18,2 % bei Arbeitern) und Dienstgeberbeiträgen von 21,65% (21,8 % bei Arbeitern). Häufig werden Ferialjobs als freie Dienstverträge ausgeübt. Die Sozialversicherungsbeiträge sind in diesem Fall billiger als bei den echten Dienstverhältnissen: 13,5 % Auftragnehmeranteil und 17,2 % Auftraggeberanteil ergeben einen Gesamtbeitrag von nur 30,7 % (anstatt 39,3 % bei Angestellten bzw 40 % bei Arbeitern). Auch hier sind Sozialversicherungsbeiträge nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage von EUR 3.270 fällig. 3. Lohn- und Einkommensteuer, Umsatzsteuer
Bis zu einem monatlichen Bruttogehalt von rund EUR 910,- fällt infolge verschiedener Steuerabsetzbeträge überhaupt keine Lohnsteuer an. Wenn bei einem höheren Bezug Lohnsteuer abgezogen wird, sollte der Schüler oder Student unbedingt nach Ablauf des Jahres bei seinem Finanzamt einen Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung stellen. Falls das lohnsteuerpflichtige Jahreseinkommen nicht mehr als rd EUR 11.000 beträgt, wird sogar die gesamte Lohnsteuer für die laufenden Bezüge rückerstattet. Wird die Ferialbeschäftigung in Form einer selbständigen Tätigkeit ausgeübt (zB im Werkvertrag oder als freier Dienstnehmer), muss ab einem Jahreseinkommen (Bruttoeinnahmen abzüglich der mit der Tätigkeit verbundenen Ausgaben) von EUR 6.975 eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Eine Ferialbeschäftigung als Selbständiger unterliegt grundsätzlich der Umsatzsteuer (im Regelfall 20%), tatsächlich besteht Umsatzsteuerpflicht aber erst ab einem Jahresumsatz (= Einnahmen) von mehr als EUR 26.400 (darunter unechte Steuerbefreiung mit Verlust des Vorsteuerabzugs). Eine Umsatzsteuererklärung muss allerdings – trotz Steuerbefreiung – bereits ab einem Jahresumsatz von mehr als EUR 7.500 abgegeben werden.