Frankfurt/Luxemburg - Im Streit mit Israels Regierung über die Finanzhilfe für die palästinensische Selbstverwaltung bekommt die Europäische Union Rückendeckung von unerwarteter Seite: aus Israels Armee und aus Washington. Bestätigt wird, dass es keine Beweise für die Bezahlung von antiisraelischem Terrorismus aus EU-Mitteln gibt, wie die "Frankfurter Rundschau" am Montag berichtet. Die aus dem Umfeld von Israels Premier Ariel Sharon in Europa und den USA verbreiteten Gerüchte, die palästinensische Selbstverwaltung unter Yasser Arafat habe Budgetzuschüsse aus Brüssel zur Finanzierung von Anschlägen und zum Waffenkauf missbraucht, habe die EU als falsch zurückgewiesen. "Israelische Offiziere entlasten die EU vom Vorwurf, Terror zu finanzieren. Hohe Offiziere haben gegenüber Abgesandten aus Brüssel am 4. Juni in Tel Aviv erklärt, dass sie über keine Beweise für eine Terrorfinanzierung aus europäischen Mitteln verfügten. Auch die Durchsuchung palästinensischer Behörden und Einrichtungen habe nichts erbracht. Die Anschuldigungen, wurde den Brüsseler Emissären angedeutet, stammten nicht aus dem militärischen, sondern dem 'politischen Bereich'. Das bestätigte den Brüsseler Verdacht, dass einige in der israelischen Regierung die EU als Vermittler im Nahen Osten und als Teilnehmer der Nahost-Friedenskonferenz zu diskreditieren suchen." Keine glaubwürdigen Beweise Obwohl die USA sich öffentlich bisher nicht zu der Affäre geäußert hätten, sei der EU aus dem US-Außenministerium versichert worden, Washington kenne 'keinen glaubwürdigen Beweis für den Missbrauch der ausländischen Hilfe für terroristische Zwecke'. Die Kontrollmechanismen für diese Zahlungen, die der Internationale Währungsfonds verantwortet, seien solide. Die Außenminister der EU werden sich am Montag bei ihren Beratungen über den Nahen Osten auch mit den Beziehungen zur palästinensischen Selbstverwaltungsbehörde beschäftigen. Wie aus Brüsseler Kommissionskreisen zu erfahren war, will Außenkommissär Chris Patten nicht nur für eine Fortführung der Hilfen plädieren, sondern auch dafür, die Palästinenser personell und materiell beim Aufbau einer rechtsstaatlichen Ordnung zu unterstützen. (APA)