Wien - Seit der erfolgreichen Klonung des Schafes Dolly wird in der Wissenschaft diskutiert, ob dieses Verfahren auch auf den Menschen übertragen werden soll. "Nach allgemeiner Einschätzung besteht beim gegenwärtigen Entwicklungsstand für den Klon ein nicht einschätzbares Risiko", so Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer vom Privatspital Goldenes Kreuz am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Auf den Erfahrungen mit den Tierexperimenten wurden unter anderen eine äußerst geringe Einnistungsrate, eine erhöhte Neugeborenensterblickheit, die ungewöhnliche Geburtsgröße und die Fehlbildungsrate einzelner Organe beobachtet. Zudem besteht, so Strohmer, die übereinstimmende Meinung, dass Klonen eines Menschen aktuell als ethisch unzulässig anzusehen ist. Dennoch: "Der Übergang von asexuellen Klonen auf sexuelle Populationen wird als eine der wichtigsten Übergänge in der Evolution angesehen", sagte Strohmer. Einerseits bietet sich die Möglichkeit, durch die Neumischung Gene ausbessern zu können, andererseits schlechte Veränderungen des Erbgutes loszuwerden. Schließlich wird durch durch die ständige Veränderung dem Krankheitserreger keine Chance zur Anpassung und Schädigung des Trägers geboten. Eine völlige Übereinstimmung zwischen dem Kernspender und dem Klon ist nicht zu befürchten. "Ws ist dabei nicht zu erwarten, dass sie völlig ident mit dieser Person sind, da auch die Empfänger-Eizelle genetisches Material durch Zellorganellen beisteuert", meinte Strohmer. (APA)