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Foto: Archiv
Wien - Da gibt es zum Beispiel den "Wall der Giganten" im Kreuttal. 4,7 Kilometer ist der lang, zum Teil fast zwölf Meter hoch - und der umschließt eine Fläche von rund 78 Hektar, die fast so groß wie die ganze Wiener Innenstadt ist. Im Volksmund wird die Anlage "Schweden-" oder "Türkenschanze" genannt. Aber vieles deutet darauf hin, dass der Wall weit älter ist, vielleicht sogar von den Kelten errichtet wurde. Aber wer hat ihn wirklich gebaut? Genau das ist das Feine am neuesten Wanderbuch von Alfred Kölbel - der den wanderfreudigen STANDARD-Lesern auch unter dem Pseudonym Bernd Orfer bestens bekannt ist: Auch wenn das Buch "Alten Mythen auf der Spur" betitelt ist, so führt Kölbel die Leser in 32 Wanderungen zu geheimnisumwobenen Plätzen in Österreich. Ohne aber dass er dabei irgendwelche "Gruselhex"-Geschichten (rein) zu drucken braucht. Hin und wieder bekennt sich Kölbel auch offen zu einem schlichten: Man weiß es nicht. Und das Gesicherte und Fundierte ist spannend genug. Da geht es zum - früheren - Goldwaschen und zu sagenumwobenen Schätzen in der Donau. Oder zu den "Mönchen in der Finsternis in der Kartäuserhöhle bei Gaming. Oder zu den Druidensteinen auf dem Kaltenberg. Und ganz am Schluss dann noch ein wunderbarer Bericht über Österreichs wohl berühmtesten Wanderer: Dem ersten "Sprayer", der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unterwegs war. Joseph Kyselak, der sich allerorten mit seinem Namen verewigte - gelegentlich ist sein Schriftzug auch heute noch zu finden. (DER STANDARD, Printausgabe, frei)