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Dieses südafrikanische Baby wurde mit dem HI-Virus geboren.

Foto: REUTERS/Mike Hutchings
Brüssel - Die optimale Betreuung von HIV-infizierten Schwangeren kann die Häufigkeit einer Übertragung von Aids auf die Neugeborenen von 15 bis 20 Prozent auf weniger als zwei Prozent verringern. Europäische Experten haben jetzt neue Leitlinien für die Versorgung der Betroffenen erstellt. "Aids kennt keine Grenzen. Wir müssen die besten Spezialisten zusammen bringen, um die Epidemie zu begrenzen und bessere Behandlungsmöglichkeiten zu entdecken", erklärte EU-Forschungskommissär Philippe Busquin am Freitag. In Westeuropa sind rund 560.000 Menschen HIV-positiv oder Aids-krank. Allein im vergangenen Jahren haben sich rund 30.000 Menschen neu mit HIV infiziert. 25 Prozent davon sind Frauen. Neue Leitlinien In den vergangenen Monaten haben 15 Forschergruppen in Europa an der Erstellung von neuen Leitlinien für die Versorgung von HIV-positiven Schwangeren und ihrer Kinder erstellt. Ein ähnliches Papier zum Thema der Betreuung von Aids-infizierten Kindern wird in den kommenden Wochen publiziert werden. Bei der Betreuung der Schwangeren geht es vor allem um die Verhinderung der Übertragung von HIV von der (werdenden) Mutter auf das Kind. Durch eine wirksame Aids-Therapie während der Schwangerschaft nach der Geburt kann die HIV-Übertragungsrate von bis zu 20 auf weniger als zwei Prozent gesenkt werden. Die wichtigsten Empfehlungen:
  • Alle Schwangeren (und ihre Partner) sollten sich einem Aids-Test unterziehen.

  • Den werdenden Müttern sollte eine Entbindung per Kaiserschnitt empfohlen werden. Das reduziert die Übertragungsrate.

  • Allen HIV-infizierten Schwangeren sollte eine medikamentöse Aids-Therapie geraten werden. Neugeborene sollte für einige Zeit ebenfalls die Medikamente bekommen.

  • Aids-infizierte Mütter sollten ihre Kinder keinesfalls stillen.

    Neue Informationen rund um Aids wurden am Freitag auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht: Laut einem neuen Bericht kann das am häufigsten verwendete Spermizid Nonoxynol-9 HIV-Infektionen nicht verhindern. "Nonoxynol-9 kann eine Ansteckung nicht verhüten, es besteht sogar die Möglichkeit dass bei häufigem Gebrauch Infektionen eher gefördert werden." Es bestehe dringender Bedarf an wirkungsvollen derartigen Substanzen. (APA)