Maria hatte sich sehr gefreut, endlich die Fahrschule besuchen zu können. Als Mädchen vom Land war sie immer auf die Fahrzeiten der Busse angewiesen, um in die nächste Kleinstadt zu kommen. Das würde sich jetzt ändern. Gleich nach ihrem achzehnten Geburtstag schrieb sie sich in der Wr. Neustädter Fahrschule ein. Die erste Fahrstunde rückte näher. Maria war aufgeregt, aber guter Dinge. Sie wollte fahren, endlich! Der Lehrer war ein älterer Herr, eigentlich ganz symphatisch. Das einzige, was ihr auffiel: er schaute mehr auf sie als auf den Straßenverkehr. In der zweiten Übungsstunde fuhren sie gerade auf einer Landstraße mit der Geschwindigkeit von etwa 80 Stundenkilometern. Plötzlich griff ihr der Fahrlehrer zwischen die Beine. Maria - ohne zu denken - knallte ihm eine. Mitten ins Gesicht. Dann versuchte sie, sich wieder auf das Straßen-Geschehen zu konzentrien. Sie traute sich nicht, den Vorfall bei der Fahrschule bekanntzugeben. Ihre Eltern glaubten ihr nicht so richtig. Der Tag der Prüfung kam. Maria hatte sich erstklassig vorbereitet und konnte alle Fragen beantworten. Der Hauptprüfer und ihr Fahrlehrer, der ebenfalls dabei war, waren stadtbekannte Freunde und gehörten der gleichen Partei an. Nachdem sie Maria von A bis Z durchgeprüft hatten, verlangten sie von ihr, sie solle einen Wachmann spielen, der die Kreuzung regle. Maria war empört und verweigerte. Nie würde sie Wachmann sein. Daraufhin ließ Mann sie durchfallen. (dabu)