Kopenhagen - Japan kann nach Worten von Finanzminister Masajuro Shiokawa größere Schwankungen des Yen-Kurses nicht ignorieren, da diese die Export getriebene Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft gefährden könnten. Er räumte aber zugleich ein, sein Land könne die Kursbewegungen am Devisenmarkt nicht manipulieren. "Wir mögen keine heftigen Fluktuationen der Wechselkurse, da uns dies in eine schwierige Lage bringt", sagte Shiokawa am Samstag nach der zweitägigen Europa-Asien-Konferenz (ASEM) in Kopenhagen. Doch Japan wisse, dass es die Kursbildung am Markt nicht künstlich beeinflussen könne. Weiterer Dollar-Abstieg Mit Blick auf die jüngsten heftigen Kursverluste des Dollar zum Yen sagte er, die meisten hochrangigen Finanzpolitiker rechneten mit weiteren Kursverlusten der US-Währung bis auf ihre kurz nach den Anschlägen vom 11. September erreichten Tiefstände. Damals war die US-Valuta unter 116 Yen gefallen, was Japans Notenbank zu massiven Dollar-Käufen veranlasst hatte. Ein starker Yen verteuert japanische Ausfuhren im internationalen Handel und beeinträchtigt somit die Wettbewerbsfähigkeit der für Japan so wichtigen Exportindustrie. Auch auf die jüngsten Kursverluste des Dollar zum Yen hatte die Bank von Japan in den vergangenen Wochen im Auftrag des Finanzministeriums mehrmals mit Interventionen reagiert. Bei diesen Bemühungen hatten sie Ende Juni auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (Fed) mit massiven Yen-Verkäufen unterstützt. Der Dollar notierte zuletzt mit 120,40 Yen, nachdem er vor dem jüngsten Markteingriff auf ein Neun-Monats-Tief unter 119 Yen gefallen war. Auf die Frage nach möglichen international koordinierten Interventionen in der Zukunft sagte Shiokawa, darüber habe es bisher noch keine Gespräche gegeben. IWF-Chef Horst Köhler hatte am Freitag in einem Zeitungsinterview für den Fall eines rapiden Dollar-Kurssturzes konzertierte Eingriffe der Industriestaaten unter Mitwirkung des IWF nicht ausgeschlossen. (APA/Reuters)