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Nordkoreas Führung um Diktator Kim Jong-Un soll hinter dem Cyberangriff stecken

Foto: APA/EPA

Die USA streben Regierungskreisen zufolge eine internationale Reaktion auf den Nordkorea angelasteten Hackerangriff in Hollywood an. Es gebe dazu bereits Gespräche mit Großbritannien, Australien, Neuseeland, Japan und Südkorea, sagte ein Regierungsvertreter einer Nachrichtenagentur am Samstag.

Auch versuche man China und Russland dazu zu bewegen, ihren Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen. Die USA vermuten, dass Nordkorea hinter dem Datendiebstahl bei dem Filmstudio Sony Pictures Ende November steckt und machen damit erstmals offen einen anderen Staat für einen Cyberangriff auf amerikanischem Boden verantwortlich. Die Regierung in Pjöngjang weist die Vorwürfe zurück.

Scharfe Kritik an Sony-Rückzieher

Unter dem Druck der Hacker stoppte die US-Filmtochter des japanischen Sony -Konzerns die Veröffentlichung der Komödie "The Interview" über fiktive US-Geheimdienstpläne für ein Attentat auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Sony ist dafür in Hollywood und von Obama scharf kritisiert worden.

Nach dem Vorwurf gravierender Menschenrechtsverstöße drohte Nordkorea indes mit dem Bau weiterer Atomwaffen. Das Land werde seine Bemühungen verstärken, "seine Fähigkeit zur Selbstverteidigung einschließlich der Atomstreitmacht zu verstärken", wurde am Sonntag auf der Website der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA das Außenministerium in Pjöngjang zitiert.

Aufrüstung gedroht

Mit der Drohung reagierte das kommunistische Regime auf eine am Donnerstag verabschiedete Resolution der UN-Vollversammlung, in der "systematische, weitverbreitete und grobe Verletzungen der Menschenrechte" in dem Land verurteilt werden. Das Gremium rief den UN-Sicherheitsrat auf, Nordkorea eventuell vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. Die Nordkorea-Verbündeten China und Russland, die beide ein Vetorecht im Rat haben, stehen dem Schritt allerdings ablehnend gegenüber.

Nordkorea unterstellte den USA erneut, Drahtzieher der UN-Resolution zu sein. Das sei der "klarste Ausdruck der feindseligen US-Politik", hieß es. Nordkorea hatte angesichts der jüngsten Vorwürfe bereits im November mit einem weiteren Atomtest gedroht. (APA, derStandard.at, 21.12.2014)