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Der Vulkan Mount Agung auf Bali gibt derzeit heftige Rauchzeichen von sich und bringt den Tourismus in Indonesien durcheinander.

Foto: AP/Firdia Lisnawati

Wien – Ein drohender Vulkanausbruch hält auf Bali derzeit Einheimische und Urlauber in Atem. Tausende Reisende saßen wegen eines Flugverbots auf der Insel fest – darunter auch etwa 550 Österreicher. Zwar ist der Flugbetrieb aktuell wieder aufgenommen, doch es herrscht noch immer die höchste Alarmstufe.

Wer kurz vor seiner Reise nach Bali steht, sollte wissen: "Wird eine Pauschalreise aufgrund höherer Gewalt wie etwa durch einen Vulkanausbruch unmöglich und für den Konsumenten unzumutbar, ist ein kostenfreies Storno zulässig – unabhängig davon, ob es eine Reisewarnung des Außenministeriums gibt", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. "Ein Storno ist allerdings nur dann durchsetzbar, wenn der Urlaubsantritt und die Gefahrensituation zeitlich eng beieinander liegen und der Urlaub genau in die betroffene Region führt. Startet der Urlaub beispielsweise erst in zwei Wochen, heißt es abwarten, die Entwicklung beobachten und sich kurzfristig über die aktuelle Lage informieren."

Beim Außenministerium registrieren

Steht der Abflug unmittelbar bevor, sollten Pauschalreisende mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufnehmen und gemeinsam nach Alternativen suchen. Individualreisende können ihren separat gebuchten Flug grundsätzlich nur stornieren, wenn das Flughafengelände betroffen bzw. eine Landung nicht möglich ist.

Der ÖAMTC empfiehlt außerdem jedem Reisenden, sich vor dem Start in den Urlaub beim Außenministerium zu registrieren – so kann im Notfall schnell ein Kontakt mit den Urlaubern in der Krisenregion und den Angehörigen hergestellt werden. Infos dazu findet man online unter www.reiseregistrierung.at

Reiseveranstalter gefordert

"Tritt die Gefahr durch eine Naturkatastrophe erst am Urlaubsort ein und die Reise muss deswegen frühzeitig abgebrochen werden, hat der Veranstalter einer Pauschalreise den Rücktransport zu organisieren und diesen auch zu zahlen", erklärt Pronebner. Für diesen Fall ermöglichen teilweise auch die gängigen Stornoversicherungen einen kostenlosen Abbruch der Reise für Individualreisende.

Ob Pauschal- oder Individualreise: Ist eine spontane Rückreise aufgrund einer Sperre des Flughafens nicht möglich und man sitzt im Urlaubsland fest, muss die Airline oder der Reiseveranstalter Betreuungsleistungen übernehmen und beispielsweise für die Kosten von Mahlzeiten, notwendigen Telefonaten und Hotels aufkommen. Oftmals übernimmt die Fluglinie die Organisation einer Unterkunft für die Passagiere. Es ist daher empfehlenswert, sich kurzfristig und direkt an die Airline bzw. den Veranstalter zu wenden. Über eine verspätete Rückkehr aus dem Urlaub sollte übrigens der Dienstgeber so rasch wie möglich verständigt werden. (red, 1.12.2017)