iPhones, Whatsapp, Signal: Verschlüsselte Geräte und Inhalte machen angeblich Behörden zu schaffen

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Die Innen- und Justizminister von Australien, Neuseeland, Großbritannien, Kanada und den USA haben in einem gemeinsamen Statement Techkonzerne aufgefordert, den Zugriff auf verschlüsselte Inhalte zu ermöglichen. Sollte das nicht passieren, werden die Behörden der fünf Länder, die als "Five Eyes" kooperieren, juristische und technische Mittel wählen, um Verschlüsselung aufzuknacken.

"Rechtssystem wird untergraben"

Das geht aus einem Kommunique hervor, das nach einem Treffen auf Ministerebene veröffentlicht wurde. Darin wird auch behauptet, dass der fehlende Zugriff auf verschlüsselte Daten "das Rechtssystem in demokratischen Staaten" untergrabe. Die durchaus deutliche Wortwahl wird von Beobachtern als Vorbereitung eines neuen Angriffs auf Verschlüsselung gesehen.

Hintertüren

Strafbehörden stehen schon seit Jahren vor dem Dilemma, dass sich Verschlüsselung nur allgemein aushebeln lässt. Wer eine Hintertür in sichere Services fordert, verringert damit die Sicherheit aller Bürger und öffnet etwa neue Möglichkeiten für Wirtschaftsspionage. Nach einer Serie an Terroranschlägen in Europa und den USA hatten Innenminister westlicher Staaten 2016 auf Hintertüren in verschlüsselte Dienste wie Whatsapp gedrängt. Dieser Vorstoß war nach heftiger Kritik verpufft.

In den USA hatten sich vor allem Apple und das FBI eine heftige Auseinandersetzung rund um verschlüsselte iPhones geliefert. Das FBI hatte gefordert, Apple solle eine Software erstellen, um die Verschlüsselung auszuhebeln. Der Rechtsstreit wurde abgebrochen, da ein Drittanbieter angab, iPhones aufknacken zu können. (red, 3.9.2018)