Der Streit zwischen dem Tesla- und SpaceX-CEO Elon Musk und dem britischen Rettungstaucher Vernon Unsworth geht in die nächste Runde. Nachdem Musk dem Briten, der beratend an der Rettung einer thailändischen Jugendsportmannschaft aus einer überfluteten Höhle mitwirkte, als Kinderschänder und Pädophilen bezeichnet hatte, zog dieser wegen Rufmord vor Gericht.

Die im September angekündigte Klage ist mittlerweile beim Bezirksgericht Los Angeles anhängig. Dort ist nun auch eine Eingabe der Anwälte des umstrittenen Tech-Managers eingetroffen. Sie ersuchen das Gericht, es gar nicht erst zu einem Verfahren kommen zu lassen.

Musk sieht die Bezeichnung "Pedo guy" auf Twitter als von der Meinungsfreiheit gedeckt.
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Nur "fantasievolle Angriffe"

In dem Schreiben begehrt man die Abweisung der Klage mit der Begründung, dass es sich bei Musks Aussagen über Unsworth um "Schulhofslang" gehandelt habe, wie er eben auf sozialen Medien oft üblich sei. Sie seien dementsprechend übertrieben und es sei zu erwarten, dass man dort Meinungen und keine Fakten zu lesen bekomme. Es seien lediglich "fantasievolle Angriffe" gewesen und als "spekulative Beleidigungen" seien sie gemäß des ersten US-Verfassungszusatzes von der Meinungsfreiheit gedeckt, zitiert der Guardian.

Im vergangenen Sommer hatte Musk den Taucher vor seinen über 20 Millionen Twitter-Followern als "Pedo Guy" bezeichnet und sich dann entschuldigt. Etwas später legte er in einem E-Mail an Buzzfeed nach, in dem er das Medium aufrief, "damit aufzuhören, Kinderschänder zu verteidigen".

Anwälte des Tauchers gelassen

Zuvor hatte Unsworth Musks Ärger beschworen, als er das von einem SpaceX-Team entwickelte Mini-Uboot als "PR-Stunt" bezeichnet hatte. Tatsächlich war das Unterwasservehikel bei der Rettung nicht zum Einsatz gekommen, da es nicht durch die schmalen Passagen der Höhle passte.

Unsworth fordert mindestens 75.000 Dollar Entschädigung.
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Unsworth fordert zumindest 75.000 Dollar an Entschädigung von Musk. Seine Rechtsanwälte sehen die Eingabe von Musks Juristen gelassen. Die "originelle, aber inakkurate Anfechtung" zeige, dass Musk kein Verständnis für Fakten oder die bekannte Gesetzeslage habe, so die Stellungnahme. Man gehe davon aus, dass das Gericht die "fantasievolle Eingabe" abweisen werde.

Es wird allerdings noch eine Weile dauern, ehe klar ist, ob der Fall verhandelt wird. Das Gericht hat ein Hearing für den 1. April 2019 angesetzt. (red, 28.12.2018)