Der Leak trägt den Titel "Die dunkle Seite des Kremls".

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Russische Offizielle, aber auch Journalisten, Industrielle und Vertreter der orthodoxen Kirche sehen sich mit einem umfangreichen Leak konfrontiert. Eine Gruppe, die sich selbst "Distributed Denial of Secrets" (DDoSecrets) nennt, hat eine Datensammlung in der Größe von 175 GB ins Netz gestellt.

Der Leak, den man "Die dunkle Seite des Kremls" getauft hat, könnte neue Erkenntnisse über Russlands Aktivitäten in der Ostukraine oder auch Einsichten in das Naheverhältnis zwischen Kirche und Politik bieten, berichtet die "New York Times". Zu den Zielen der Hacker gehörten demnach auch die für Militärexporte zuständige Agentur Rosoboronexport sowie Ziele, die in Verdacht stehen, falsche Angaben bezüglich des Abschusses eines Malaysia-Airlines-Fluges über der Ostukraine im Jahr 2014 gemacht zu haben.

Keine Vergeltung für russische Einflussnahme

Auch ein Archiv mit Daten aus dem russischen Innenministerium ist enthalten. Dieser Datenbestand ist auch deswegen interessant, weil Wikileaks schon 2016 darauf Zugriff hatte, sich damals aber gegen eine Veröffentlichung entschied. Der Organisation von Julian Assange, der nach wie vor in der ecuadorianischen Botschaft in London lebt, wird von einigen Seiten parteiisches Verhalten in Bezug auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 vorgeworfen.

Die Journalistin Emma Best, die in DDoSecrets involviert ist, erklärt, dass es sich nicht um eine Vergeltung für russische Aktionen im Rahmen der Wahl handelt. Die Seite der Gruppe macht auch zahlreiche andere Leaks zugänglich, viele davon betreffen US-Quellen. Beim aktuellen Leak gehe es aber darum, einen "bislang sehr wenig beleuchteten" Themenkomplex zu erforschen. Die Gruppe, die nach einem Wikileaks-ähnlichen Modell operiert, besteht laut Best aus "weniger als 20 Leuten" aus verschiedenen Ländern.

Veröffentlichung nach Angriff auf Server vorgezogen

Die Freigabe des Datenbestands sei eigentlich erst für später geplant gewesen, jedoch hätten Unbekannte vor rund zwei Wochen versucht, sich Zugriff auf den Server zu verschaffen und die Daten zu löschen. Danach habe man weitere Kopien erstellt, auf verschiedene Plattformen verteilt und die Veröffentlichung beschleunigt. Man habe die Daten im Vorfeld auch für Wikileaks zugänglich gemacht. Dort sind sie bis dato aber noch nicht zu finden.

Die Dokumente waren bis jetzt noch keine Quelle großer Enthüllungen. Allerdings könnte sich das in den kommenden Wochen ändern, zumal die Auswertung solch großer Informationsmengen einige Zeit in Anspruch nimmt. (red, 28.1.2019)