Die Pläne wecken Erinnerungen an jenes Video, mit dem die Olympischen Sommerspiele 2012 eröffnet wurden: Darin hüpft ein Queen-Double in James-Bond-Manier aus einem Hubschrauber.

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London – Der britische Beamtenapparat hat, so berichten mehrere britische Medien, einen Notfall-Plan aus dem Kalten Krieg wiederbelebt. Eigentlich hätte dieser bei einer Nuklearattacke der Sowjetunion in Kraft treten sollen, nun wird er für den Brexit noch einmal aus der Schublade geholt.

Sollte es im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU zu Unruhen in London kommen, können Queen Elisabeth II. und die royale Familie demnach an einen geheimen Ort gebracht werden. Die "Sunday Times" beruft sich auf eine ungenannte Quelle in Regierungskreisen.

Olympic

Die "Mail on Sunday" schreibt, die zuständige Abteilung hätte Geheimoperationen "umfunktioniert", laut denen geplant sei, die Royals in verschiedenen Landhäusern unterzubringen, um sie vor Feinden zu schützen. Laut der anonymen Quelle sei der Notfallplan auf einer Prioritätenliste, die etwa Themen wie die Verfügbarkeit von sauberen Wasser behandelt, nach oben gewandert.

Lebensmittel- und Medikamentenengpässe

Zuvor warnten Experten, dass es im Fall eines Brexits zu einem Lebensmittelengpass oder zu Verzögerungen in der medikamentösen Versorgung kommen könnte.

Jacob Rees-Mogg, ein konservativer Parlamentsabgeordneter und Brexit-Befürworter, sagte der Zeitung, die Pläne würden von unnötiger Panik über einen No-Deal-Brexit, zeugen. Dai Davies, ein ehemaliger Polizist, der für die Sicherheit der königlichen Familie verantwortlich war, wird in der "Sunday Times" zitiert mit: "Wenn es Probleme in London gäbe, würde man die königliche Familie natürlich aus dem Brennpunkt herausholen."

Die Eltern der Queen haben sich während des Zweiten Weltkriegs geweigert, trotz deutscher Luftangriffe die Hauptstadt zu verlassen. (red, 3.2.2019)