Die Schulen wurden früher meist mit Heizöl geheizt – durch die Schließung für eine Woche sollte gespart werden.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Wien – Mit den "Energieferien" verbinden ältere Menschen noch immer die Ölkrise 1973, als Heizöl und Treibstoff knapp wurden. Nach 45 Jahren aber zeigt sich laut Wien Energie, dass ein Spareffekt weitgehend ausblieb. Der Bedarf verschiebt sich am ehesten in die Skigebiete.

Neben anderen Maßnahmen wie dem "autofreien Tag" führte die damalige Bundesregierung auch die Schulferien in der kalten Jahreszeit ein. Die Schulen wurden ehemals zum größten Teil mit Heizöl geheizt – entsprechende Einsparungen wurden durch die Schließung für eine Woche erwartet.

"Der gewünschte Effekt hat sich aber nie wirklich eingestellt", hieß es am Sonntag in einer Aussendung der Wien Energie. Im Gegenteil: Seit der Wintertourismus in den vergangenen Jahrzehnten boomt, hat sich der Energieverbrauch lediglich verlagert – die in Schulen und daheim eingesparte Energie wird rund um Skipisten und in Hotels verbraucht, österreichweit sei von "Energieferien" also nichts mehr zu spüren.

Ein Vergleich zu einer durchschnittlichen Februarwoche zeige auch für Wien: Die Energieersparnis in den Ferien ist auch in der Stadt nicht nennenswert. Nach Analyse der Energiebedarfs-Zahlen von Wien Energie beträgt die Stromersparnis an einem Ferienwerktag gerade einmal zwischen zwei und drei Prozent. Bei Gas und Wärme liegt die Differenz ebenfalls im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich. (APA, 3.2.2019)