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Jerusalem – An prominentem Ort befindet sich eine geologische Formation, die sich nach näherer Untersuchung als längste Salzhöhle der Welt entpuppt hat. Die Malcham-Höhle liegt am Toten Meer unter dem Mount Sodom, einem etwa acht Kilometer langen Hügel, dessen höchste Erhebung 226 Meter emporragt und damit immer noch 170 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.

The Jerusalem Post

Dieser Berg besteht zu etwa 80 Prozent aus Salz. Eine gemäß der christlich-jüdischen Mythologie "Lots Frau" genannte Salzsäule, die durch Erosion vom Hauptmassiv abgetrennt wurde, befindet sich nahe dem Haupteingang zur Höhle.

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Seit zwei Jahren wird die Malcham-Höhle von Forschern unter Leitung des Höhlenforschungszentrums der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie dem Israel Cave Explorers Club und dem bulgarischen Sofia Speleo Club neu untersucht. Bei dieser Erkundung hat sich herausgestellt, dass sich das Höhlensystem über eine Länge von mehr als zehn Kilometern erstreckt. Seine Gänge verbinden hunderte von Kammern, deren größte ihrerseits über fünf Kilometer lang ist.

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Zugleich ist das Höhlensystem geologisch betrachtet noch sehr jung. Laut dem Geologen Amos Frumkin zeigte die Radiokarbondatierung von Holzstücken, die in der Höhle gefunden worden waren, dass sich diese vor etwa 7.000 Jahren zu bilden begonnen hat. Niederschläge sind in dieser Region zwar rar, doch wenn Wasser in die Salzschichten einsickert, führt es zu wesentlich schnellerer Erosion als etwa in Kalkstein. Deshalb sei die Malcham-Höhle eine der jüngsten Höhlen der Welt – und weiterhin im Wachstum begriffen.

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Stefan Kempe, emeritierter Geologie-Professor an der TU Darmstadt, bestätigt, dass bisher keine Salzhöhle mit diesen Ausmaßen bekannt sei. Bislang hatte die Namakdan-Höhle auf der iranischen Insel Keschm – die sogenannte "Höhle der drei Nackten" – mit ihren 6,5 Kilometern als längste Salzhöhle der Welt gegolten. (red, 28. 3. 2019)

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