Amazon-Chef Jeff Bezos soll ins Visier saudischer Agenten geraten sein

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Der saudische Geheimdienst soll das Smartphone von Amazon-Chef Jeff Bezos gehackt und kompromittierende Inhalte weitergegeben haben. Das behauptet Bezos' Sicherheitschef Gavin de Becker in einem ausführlichen Text auf der Nachrichtenseite Daily Beast. Konkret soll es dabei um private Textnachrichten und Nacktfotos gehen, die Bezos mit seiner Freundin ausgetauscht hat. In den USA war die Boulevard-Zeitschrift National Enquirer deshalb unter Druck geraten – Bezos warf ihr vor, ihn mit einem "Unter-dem-Gürtel-Selfie" erpresst zu haben.

"Mit hoher Wahrscheinlichkeit"

Beweise für die sinistren Tätigkeiten der saudischen Behörden lieferte de Becker nicht. Er sprach lediglich davon, dass Experten "mit hoher Wahrscheinlichkeit" festgestellt hätten, dass "die Saudis Zugang zu Bezos' Smartphone" gehabt hätten. Es sei unklar, ob das der National Enquirer gewusst habe. Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte, dass tatsächlich der Bruder von Bezos' Geliebter, der sich im Bekanntenkreis von US-Präsident Donald Trump tummelt, die Bilder und Nachrichten weitergegeben haben soll.

Rache für Recherchen der Washington Post?

Ein Motiv, Bezos zu schaden, hätten sowohl Trump-Anhänger als auch Saudi-Arabien. Das hat nichts mit Amazon zu tun, sondern mit Bezos' verlegerischen Tätigkeiten: Ihm gehört die Washington Post. Nach der Ermordung ihres Kolumnisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul recherchierten Washington Post-Journalisten intensiv über die Hintergründe des Verbrechens. Sie gaben an, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in die Tat verwickelt gewesen sein soll. (red, 31.3.2019)