Indonesien

Die größte Blume der Welt ‒ die Titanwurz ‒ hat ihren Ursprung auf der indonesischen Insel Sumatra. Sie kann bis zu drei Meter hoch werden. Außergewöhnlich ist, dass sie nur etwa alle sieben Jahre einmal blüht. Die wenigen Exemplare, die es in den botanischen Gärten auf der ganzen Welt verteilt gibt, blühen alle zeitgleich ‒ ein echtes Wunder für Biologen. Doch auch ihr Duft ist ganz besonders: nicht angenehm süß und blumig, sondern ein strenger Geruch aus verdorbenem Fisch, Fleisch und Eiern steigt Besuchern beim Bestaunen in die Nase. Mit ihrem fauligen Geruch wollte die Titanwurz ursprünglich ‒ an den Regenwald in Sumatra angepasst ‒ Aasfresser wie Fliegen und andere Insekten anlocken, die sie bestäuben. Der lateinische Name Amorphophallus titanum heißt übersetzt so viel wie unförmiger Riesenpenis, was sich in der Form der Blume widerspiegelt.

Foto: APA/dpa/Nicolas Armer

Madagaskar

Urlaub in Madagaskar verbinden Reisende meist mit der tollen Landschaft und der einzigartigen Tierwelt. Was die meisten jedoch nicht wissen, ist, dass auf dem Großteil der Nordostküste Madagaskars Vanille angebaut wird. Ein außergewöhnliches Abenteuer erwartet die Besucher bei einer Tour über die Plantagen, bei der sie eine Einführung in die Vanillekultur bekommen. Beim Schlendern über einen der vielen traditionellen Märkte können Reisende nicht nur den intensiven Duft der immergrünen Kletterpflanze einatmen, sondern die Vanille auch in vielen unterschiedlichen Formen kaufen ‒ und das zu überraschend günstigen Preisen. Bei der Gewürzvanille handelt es sich um eine Form der Orchidee, aus deren Samenkapseln das Mark ‒ die Vanille ‒ gewonnen wird.

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Foto: imago/Haytham Pictures

USA

Einen interessanten Namen trägt die Stadt Gilroy in Kalifornien: "Knoblauch-Hauptstadt der Welt". Dank der Knoblauch-Trocknungsanlage umgibt die gesamte Stadt je nach Windrichtung ein besonderer Geruch. Die Nachfrage nach Knoblauch wird durch Billigimporte aus China jedoch immer geringer. Aus diesem Grund lockt die Stadt seit 1979 Touristen aus der ganzen Welt mit ihrem jährlich im Juli stattfindenden Garlic Festival an. An diesem Tag dürfen sogar die Menschen, die bis zu 40 Meilen entfernt leben, das Aroma riechen.

Wer wissen möchte, wie stark der Knoblauchgeruch in Gilroy aktuell ist, der findet auf der Website www.howdoesgilroysmelltoday.com den tagesaktuellen Score.

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Marokko

Einer der beliebtesten Gerüche ist für viele Menschen der Duft von alten Büchern. Er weckt Nostalgie und lädt auf eine Fantasiereise in die Vergangenheit ein. Für jeden Buchduft-Liebhaber ist somit die Bibliothek im marokkanischen Fès ein wahres Paradies. Sie zählt zu den ältesten noch bestehenden Bildungseinrichtungen der Welt und wurde 859 nach Christus von Fatima al-Fihri, der Tochter eines wohlhabenden Kaufmannes, in der heutigen Al-Qaeawiyyin-Universität gegründet. Zusammen mit der Moschee und der Universität gleichen Namens, bildet die Bibliothek das kulturelle Zentrum der antiken Stadt.

Foto: APA/AFP/FADEL SENNA

Island

Island ist bekannt für seine atemberaubende Landschaft, die vielen Naturschauspiele und die angenehm frische Luft. Doch nicht überall atmen Reisende die Luft des Landes gerne tief ein. Wenn der Wasserdampf aufsteigt und es zischt und sprudelt, treten mancherorts aus Quellen vulkanische Gase aus und es bildet sich Schwefel. Dies führt zu einem bestialisch stinkenden Geruch von faulen Eiern, der durch die Lüftung sogar in die Autos eindringt.

Foto: imago/Kickner

Südafrika

In False Bay ‒ am hinteren Ende von Kapstadt ‒ befindet sich Seal Island. Wie der Name der Insel schon erraten lässt, sind etwa 60.000 Seehunde um die kargen Felsen herum beheimatet. Die Kolonie verspeist nicht nur eine große Menge an Fisch, sondern scheidet diese auch wieder aus und produziert darüber hinaus eine Menge an Überresten, die liegen bleiben. Alles zusammen ergibt für Besucher einen bestialisch stinkenden Geruch aus Fisch und Ausscheidungen, der sie noch lange an die Reise zur Seal Island erinnern wird. Trotz des Gestanks fahren täglich unzählige Ausflugsboote mit Touristen zu der Insel, um das einmalige Spektakel zu beobachten. (red, 3.6.2019)

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Foto: imago/Nature Picture Library