Tote Gelbschopflunde auf Sankt-Paul.

Foto: Aleut Community of St Paul Island Ecosystem Conservation Office

Die Seevögel ernähren sich zu einem beträchtlichen Teil von Zooplankton.

Foto: AP/Island Conservation

Auch Schopfalken sind auf planktonreiche Gewässer angewiesen. Veränderte Wassertemperaturen beeinflussen das Nahrungsangebot.

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Forscher haben Spuren eines auffälligen Vogelsterbens auf den Pribilof-Inseln in der Beringsee entdeckt. Wie ein Team um Timothy Jones von der University of Washington berichtet, sind offenbar tausende Seevögel verhungert. Ursache dürften Veränderungen des Ökosystems in Folge des Klimawandels sein, wie es in der Studie im Fachblatt "Plos One" heißt.

Über einen Zeitraum von vier Monaten dokumentierten Jones und Kollegen den Fund ungewöhnlich vieler toter Gelbschopflunde und Schopfalken auf der Sankt-Paul-Insel, der größten der vier Pribilof-Inseln nördlich der Aleuten im Beringmeer. Beide Arten zählen zur Familie der Alkenvögel, die ausschließlich auf der Nordhalbkugel vorkommen und im Meer nach Nahrung tauchen.

Tod in der Mauser

Die ausgemergelten Vogelkadaver wiesen deutliche Anzeichen von Unterernährung auf. Die meisten Vögel befanden sich zum Todeszeitpunkt in der Mauser, berichten die Biologen. Während diesem Gefiederwechsel ist ihr Nährstoffbedarf üblicherweise erhöht. Just zu diesem Zeitpunkt dürfte es zu ökologischen Verschiebungen gekommen sein, die das Nahrungsangebot der Vögel verringerten.

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass das Vogelsterben direkt mit dem Anstieg der Meerestemperatur zusammenhängt: "Unmittelbar vor dem Ereignis wurden höhere Wassertemperaturen und dadurch bedingte Veränderungen der Plankton-Zusammensetzung und der Verteilung von Fischen im östlichen Beringmeer festgestellt", schreiben die Forscher. Erwachsene Gelbschopflunde ernähren sich größtenteils von Zooplankton und füttern ihren Nachwuchs mit Fisch. Die Veränderung des Nahrungsangebots zum Zeitpunkt der Mauser könnte für die Vögel zum Verhängnis geworden sein.

Warum gerade Gelbschopflunde besonders betroffen waren – sie machten 87 Prozent der gefundenen Kadaver aus-, müsse aber weiter untersucht werden. Wie die Schopfalken leben sie in Brutkolonien in der Region und gelten derzeit nicht als gefährdet, ihr Bestand ist aber auf einigen Inseln rückläufig. (dare, 2.6.2019)