Dieser Orca ist einer der Glücklichen, die als Erste rausdürfen.
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Moskau – Im vergangenen Jahr hatten Tierschützer Alarm geschlagen, weil im Osten Russlands knapp 100 Wale in viel zu kleinen Becken in einer Bucht am Japanischen Meer gehalten wurden. Die Aktivisten sprachen von einem "Wal-Gefängnis" und befürchteten, die Tiere könnten an chinesische Aquarien verkauft werden – im Anschluss hagelte es auch internationale Kritik.

Seitdem ist Bewegung in die Sache gekommen: Mehrere Firmen, die die Anlage angemietet hatten, wurden inzwischen zu Geldstrafen verurteilt. Künftig soll auch der Fang von Walen zu nichtwissenschaftlichen Zwecken verboten werden. Wichtiger aber noch: Die Tiere werden nun sukzessive freigelassen. In der ersten Tranche transportierten mehrere Lastwagen sechs Belugas und zwei Orcas in die Stadt Chabarowsk nahe der Grenze zu China, wo die Wale anschließend auf ein Schiff verladen werden sollten.

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"Vor uns liegt eine Menge Arbeit, die noch nie zuvor von jemandem geleistet wurde", teilte das russische Forschungsinstitut für Fischerei und Meereskunde mit. Die Tiere sollen bei ihrem insgesamt sechstägigen Transport von 70 Spezialisten begleitet werden, ihr Gesundheitszustand ist angeblich "derzeit gut". Den ersten Teil der Strecke legen die Wale auf der Straße zurück. Den Experten zufolge ist das sicherer als ein Transport per Schiff, weil das Bewegungsrisiko geringer sei. Die Wale sollen anschließend dort ausgesetzt werden, wo sie gefangen wurden.

Nach Angaben des Forschungsinstituts soll der Transport aller Tiere bis Oktober abgeschlossen sein. Neun Orcas und 81 Belugas befänden sich noch in der Anlage. Offen ist aber noch, ob wirklich alle Wale freikommen können. Die Tiere sollen vor dem Transport auf ihre Gesundheit untersucht werden – erst dann soll entschieden werden, ob sie die Reise antreten können. (APA, red, 21. 6. 2019)

Blick auf die Gefängnisanlage.
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