Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli bekommt demnächst ein aus den Uffizien geraubtes Ölgemälde zurück.

Reuters / Max Rossi

Florenz – Deutschland hat sich zur Rückgabe eines während des Zweiten Weltkrieges aus den Uffizien in Florenz geraubten Gemäldes entschlossen. Nach 75 Jahren kann das Ölgemälde "Vaso di Fiori" (Blumenvase) des holländischen Malers Jan van Huysum (1682-1749) wieder nach Florenz zurückkehren, kündigte Uffizien-Direktor Eike Schmidt in einer Presseaussendung am Samstag an.

Die Rückgabe des Gemäldes, das nach Angaben der Gemäldegalerie in Florenz von Soldaten der Wehrmacht aus dem Palazzo Pitti geraubt worden war, wurde mit einer gemeinsamen Presseaussendung des italienischen und deutschen Außenministeriums bekanntgegeben. "Ich bin äußerst glücklich über dieses Resultat, das wir in Rekordzeit erreicht haben", so Schmidt, der den italienischen Kulturminister Alberto Bonisoli für seinen Einsatz dankte.

Aufgetaucht

Das Ölgemälde sei nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden, erst nach der Wiedervereinigung sei es wieder aufgetaucht. Es befand sich im Besitz einer deutschen Familie. Deutschland müsse nun sicherstellen, dass das Gemälde "an seine rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben wird", hatte Schmidt in den vergangenen Wochen verlangt. Der deutsche Kulturmanager leitet ab dem 1. November das Kunsthistorische Museum in Wien.

Italiens Kulturminister Bonisoli bemüht sich stark um die Rückführung von illegal ins Ausland gebrachte Kunstwerke. Der Minister kämpft unter anderem um die Rückkehr der mehr als 2.000 Jahre alten griechischen Bronzestatute "Siegreiche Jugend", die 1964 in internationalen Gewässern gefunden worden war. Der siegreiche Athlet aus der hellenistischen Zeit, angeblich ein Werk des griechischen Bildhauers und Erzgießers Lysipp, ist das wichtigste archäologische Kulturgut, um das sich Italien und die USA streiten und eine wichtige Touristenattraktion des Getty-Museums in Los Angeles. (APA, 29.6.2019)