In Österreich wenden sich Männer nur sehr selten an Frau oder Freundin, wenn sie ein IT-Problem plagt.

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Eine gewagte These stellt der Antivirenhersteller Kaspersky auf: Österreich ist im deutschsprachigen Raum das Land mit den meisten "Cybermachos". Grundlage für diese Behauptung ist eine international durchgeführte Umfrage (PDF) unter dem Titel "Kannst du mal kurz...?".

Laut dieser trauen sich die Männer zwischen Eisenstadt und Bregenz verhältnismäßig am meisten zu, wenn es um Technikkompetenz geht. Und sie bitten ihre Partnerin analog dazu am seltensten um Hilfe, wenn es um IT-Probleme, wie etwa die Einrichtung eines neuen Geräts geht.

Nur 7,6 Prozent fragten schon Frau oder Freundin

Zu den Zahlen: 83,8 Prozent der befragten österreichischen Männer schätzten ihre Technologiekenntnisse als "gut" ein – zehn Prozent mehr als in Deutschland. Ähnlich selbstbewusst geben sich die Schweizer mit 82,4 Prozent. Bei den Frauen lag der Anteil durch die Bank niedriger. 59,3 Prozent der Österreicherinnen, 61,8 Prozent der Schweizerinnen und 52,6 Prozent der Deutschen haben diese positive Einschätzung ihrer IT-Skills.

Hingegen sagten nur 7,6 Prozent der österreichischen Männer, dass sie bei Problemen mit Technik schon einmal ihre Partnerin konsultiert haben. Die Frauen in der Donaurepublik hingegen wandten sich zu 47,1 Prozent bereits an ihren Partner. Das ist in allen drei Ländern der größte Abstand zwischen den Geschlechtern.

In der Schweiz erkundigten sich schon 13,9 Prozent der Männer bei ihren Frauen und Freundinnen um IT-Hilfestellung, 44,4 Prozent waren es bei den Frauen. Die geringste Diskrepanz findet man in Deutschland. 16,3 Prozent der Männer, 38,6 Prozent der Frauen baten jeweils schon mindestens einmal den Partner um Tech-Support.

Frauen unsicherer im Umgang mit Malware

Insgesamt zeigten sich Männer auch etwas sicherer im Umgang mit Malware. 17,4 Prozent fühlen sich unsicher, wenn sie Viren und anderen Schädlingen ohne fremder Hilfe aufspüren oder entfernen sollen. Für die Frauen weist die Umfrage einen Wert von 24,5 Prozent aus.

Die Zahlen wurden mittels Onlinebefragung erhoben. Befragt wurden Personen ab 17 Jahren, ausgewählt nach repräsentativen Kriterien. Die Anzahl der Teilnehmer beziffert Kaspersky mit 630 Personen für Deutschland sowie jeweils 500 in Österreich und der Schweiz. Durchgeführt wurde die Umfrage auch in zahlreichen anderen Ländern.

Kein Klischee: Junge Generationen leisten viel IT-Support

Auch andere interessante Zahlen liefert die Erhebung. So erklärten etwa 41 Prozent der international befragten Eltern, bereits Kinder oder andere jüngere Familienmitglieder wegen notwendiger IT-Unterstützung angerufen zu haben. Dass Kinder zu Weihnachten an ihre Heimstätten zurückkehren, um die Computerprobleme ihrer einstigen Erziehungsberechtigten zu heben, dürfte also kein reines Klischee sein.

Und die Situation hat offenbar auch Auswirkungen. Denn ein Viertel der sogenannten "Millenials" (hier definiert als Personen zwischen 25 und 39 Jahren) meiden mittlerweile aktiv Verwandte, denen sie womöglich bei Tech-Problemen assistieren sollen. (red, 17.07.2019)